30/71 Bei der Auswahl des Bautyps, seiner Grösse und Materials sowie der Positionierung ist daher zu beachten, welche Mesohabitatsequenzen (z.B. Furt/Kolk oder Stufen/Becken Sequenzen) an einem gegebenen Standort gefördert werden sollen. Da jedes Gewässer aufgrund seiner Eigenschaften mehr oder weniger einzigartig ist, können keine pauschalen Empfehlungen über die Grösse und die Häufigkeit der zu fördernden Mesohabitate formuliert werden. Das Ziel ist jedoch immer, dass Mesohabitate entstehen, die dem naturnahen Zustand oder - falls vorhanden - einem formulierten Zielzustand des zu revitalisierenden Gewässers entsprechen (Weber et al., 2008). Folgende Überlegungen können beim Herleiten einer standortgerechten Planung hilfreich sein. Um die Mesohabitatsequenzen und die zu fördernden Mesohabitate zu bestimmen, wird im Idealfall ein Referenzabschnitt im naturnahen Zustand herangezogen. Anhand einer einfachen und wenig aufwändigen Mesohabitatkartierung (Dönni, 2014; BAFU, 2019 a) kann dabei ein Zielzustand eruiert werden (Vorgehensweise siehe Box 1). Liegen im zu revitalisierenden Gewässer keine Referenzstrecken vor, dann sollte ein von der Typologie her ähnliches naturnahes Gewässer für diesen Zweck herangezogen werden (Schaffner et al., 2013). Grundsätzlich gilt, je grösser die benetzte Breite eines Gewässers ist, desto länger/grösser sind Mesohabitate. Je nach Mesohabitat liegen die natürlichen Varianzen der Länge eines Mesohabitats zwischen 1-mal und bis zu 10mal die benetzte Gewässerbreite. Im Mittel liegt die Länge eines Mesohabitats zwischen 5–10-mal der benetzten Gewässersohlenbreite (Brunke et al., 2012). Falls ein deutliches Defizit an Unterständen vorliegt und diese Unterstände nicht eigendynamisch entstehen können, dann ist nebst dem Bau von mesohabitatfördernden Strukturen auch das gezielte Einbringen von kleineren Strukturen, die als Unterstände dienen (auf der Ebene der Mikrohabitate), zweckdienlich und angebracht. Für den Einbau von Unterständen gelten die gleichen Grundsätze wie bei den Mesohabitaten. Eine Referenzstrecke bietet die ideale Entscheidungsgrundlage für die Auswahl der Bautypen, deren Dimensionierung und Positionierung. Welche Bautypen welche Mesohabitate und Unterstände fördern, ist der Tabelle 4 bzw. Tabelle 5 zu entnehmen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Positionierung relativ zur Strömung, die Belegungsdichte, die Dimensionierung im Vergleich zur benetzten Breite sowie die Kombination bzw. Interaktion verschiedener Bautypen (Kap. 6) entscheidend für die Wirkung sind.
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