Version 2026 Flussbauliche Anwendung Für kleine und mittlere Gewässer bis ca. 10 m Sohlenbreite geeignet, auch für Fliessgewässer mit Restwasserregime und ausgeprägtem Geschiebetrieb. Bei Kombination der Stammhölzer mit lebenden Inseln auch für grosse Gewässer geeignet. Ökologische Ziele • Unterstände und Deckungsstrukturen • Rückzugs-/(Winter-)Habitate (Kolke) • Habitate für kiesliebende Lebewesen • Habitate für strömungsliebende aquatische Lebewesen Charakterisierung des Bautyps Die Struktur soll einen ins Gewässer gefallenen Baum bzw. mehrere Bäume (z.B. durch Windwurf oder Biberaktivitäten) imitieren. Durch das Unter strömen der Struktur sowie beim Überströmen während Hochwasserereignissen entsteht ein ausgeprägter Kolk. Zudem wird an solchen Strukturen in kleinerem Masse Geschwemmsel und Schwemmholz zurückgehalten, welches insbesondere in Kombination mit dem erzeugten Kolk gute Fischunterstände bietet und die Vernetzung mit dem Umland fördert. Durch die Verwendung von Stammhölzern, einem langlebigen Baumaterial, ist die Struktur dauerhaft wirksam. Zur Verstärkung der Wirkung können die Stammhölzer gruppiert werden. Bei kleinen und mittleren Gewässern bietet sich ein Einbau über die gesamte Gewässerbreite mit einer Querneigung an. Dabei wird das Stammholz beidseitig mindestens einen Meter weit in die Ufer eingebunden und mit je zwei Blocksteinen dachartig beschwert oder verpflockt. Zusätzlich muss die Ufereinbindung ingenieurbiologisch gestaltet werden (z. B. Astlagen mit eingebauten ausschlagfähigen Weidenzweigen und bewurzelten Schwarzerlen). Je nach Standort kann das Stammholz zwischen bestehenden Uferbäumen verkeilt werden. Die Abströmung erfolgt bei Hochwasser in grober Annäherung rechtwinklig zur Stammachse. Eine mögliche Ufererosion ist entsprechend zu berücksichtigen bzw. die Anordnung der Schlüsselhölzer dahingehend anzupassen. Varianten: Eingegrabene Stammschwelle (überströmte Struktur) oder kombiniert mit lebenden Inseln. Bauvorgang 1. Aushubarbeiten Ufer und Sohle (Anmerkung: Bereits während des Baus sollte ein Kolk unter den Hölzern ausgehoben werden. Dadurch wird die Gefahr einer Verklausung unter den Stammhölzern minimiert). 2. Platzieren uferparalleler Astpakete 3. Einlegen des Stammholzes bzw. der Stammhölzer über die Astpakete, so dass das Astmaterial zusammengedrückt und eingeklemmt wird. Dabei ist auf eine ausreichende Einbindung in die Ufer zu achten (je nach Gewässerdynamik und Gewässerbreite rund 1–2m). 4. Um die Strömungsvielfalt zu erhöhen, ist das Stammholz mit einer leichten Querneigung einzubauen. Dadurch verringert sich auch die Gefahr, dass das unterströmte Holz bei einer Verklausung die Fischwanderung einschränkt. 5. Die strömungslenkende Wirkung kann durch den Winkel des Holzes zum Ufer verändert werden, wobei Erosionsprozesse zu berücksichtigen sind. 6. Beschweren des Stammholzes auf beiden Uferseiten mit je zwei Blocksteinen (dachartig aufgelegt), alternativ ist auch eine Verpflockung möglich. Ingenieurbiologische Sicherung des Aushubbereichs (siehe Biogene Maschinelle Ufersicherung, BTB A-04). 7. Bei Bedarf Ergänzung mit Steckhölzern oder Erlenpflanzungen Unterhalt und Pflege Ein aktiver Unterhalt ist i. A. nicht nötig, die Struktur sollte aber im Rahmen des Gewässerunterhalts nach grösseren Ereignissen überprüft werden. Sollte sich der Querschnitt zwischen Stammholz und Sohle verklausen und das Holz primär überströmt werden, kann bei eingeschränkter Fisch- wanderung eine Beseitigung der Verklausung geprüft werden. Lebenszyklus-Betrachtung der Struktur Durch den Einbau an der Wasserwechselzone zersetzt sich das Stammholz relativ rasch. Der Stammdurchmesser sollte daher ausreichend dick gewählt werden. Je nach Durchmesser, Holzart und Lage in Bezug zum Niederwasserspiegel ist eine Lebensdauer von > 20 Jahren realistisch. Zudem kann sich die Struktur durch die Akkumulation von Geschwemmsel und das Aufkommen von Gehölzen in strömungsberuhigten Bereichen weiterentwickeln und bleibt langfristig wertvoll. Eine besonders hohe Lebenserwartung ist bei Stammhölzern aus Lärche oder Robinie zu erwarten (Kap. 8). Von Buchen wird aufgrund ihrer geringen Lebensdauer abgeraten. Stammholz • Länge: Gerinnebreite + min. 2m • Durchmesser > 20 cm (Bei Gewässerbreite über 4 m gilt: Stammdurchmesser >5% der Gewässerbreite) • Verankerungstiefe im Ufer: mind. 1m Blocksteine • ca. 4 Stk. je Stammholz; alternativ min. 4 Pfähle zum Verpflocken Astmaterial, Weidenäste, ggf. Weidenstecklinge oder Erlen Baumaterialien Unterströmte Stammhölzer Komplexe Holzstrukturen A-02
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