8/71 Eine webbasierte Fallbeispielsammlung komplettiert das Produktportfolio. Die Fallbeispielsammlung versteht sich als Ergänzung zu den Bautypenblättern. Daher wird auf den Bautypenblättern mit einem QR-Code auf die Fallbeispielsammlung verwiesen. In der Fallbeispielsammlung sind baulich realisierte Praxisbeispiele vorhanden, welche in den letzten Jahren umgesetzt wurden. So können vorhandene Erfahrungen weitergegeben werden. Längerfristige biologische und technische Wirkungskontrollen sind nur in Einzelfällen vorhanden (z.B. Dönni, 2021). Alle Unterlagen sind auf der Website von Wasser-Agenda 21 verfügbar. Schnittstellen Die erarbeiteten Produkte weisen Überschneidungen mit der Praxishilfe Ingenieurbiologische Massnahmen im naturnahen Wasserbau (BAFU, 2010), den Planungshilfen zu Engineered Log Jams (Widmer et al., 2022) und Beaver Dam Analogs (Werdenberg und Widmer, 2022), dem Handbuch «Fischer Schaffen Lebensraum» (Gründler et al., 2016) und dem Merkblatt DWA-M 527 «Buhnen zur Stabilisierung und Strukturierung von Fliessgewässern» (DWA, 2024) auf. Das Handbuch versteht sich als Ergänzung zur Publikation Geschiebe- und Habitatdynamik der Merkblatt-Sammlung Wasserbau und Ökologie (BAFU, 2017) und weiteren Publikationen zu diesem Thema (z.B. Becker und Ortlepp, 2022). Anwendung und Abgrenzung der Produkte Die im Rahmen der Projekte erarbeiteten Produkte erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es werden keine konkreten Dimensionierungsvorgaben, sondern fallweise Faustregeln formuliert, wodurch es weder Ingenieur:innen noch Ökoplaner:innen ersetzt, sondern als wertvolle Ergänzung zu bestehendem Wissen und Literatur dient. Obwohl neben dem Wasserlebensraum auch semiaquatische und terrestrische Uferlebensräume sowie der Grundwasserlebensraum von den Strukturierungsmassnahmen profitieren, fokussieren die Bautypenblätter und das vorliegende Handbuch auf die aquatischen Mesohabitate (Kap. 4). Landlebensräume werden einzig in Bezug auf die Uferbestockung thematisiert (Kap. 10). Die Förderung des natürlichen Holzeintrags durch das Anlegen uferbegleitender Gehölzstreifen ist aus gewässerökologischer Sicht sehr wichtig (Seidel, 2017). Detaillierte Hintergrundinformationen zu Uferbestockung, natürlicher Totholzdynamik und dem passiven Belassen von natürlich eingetragenen Holzstrukturen sind jedoch nicht Bestandteil dieser Publikation. Im Handbuch und den Bautypenblättern wird hauptsächlich die Wirkung der Strukturierungsmassnahmen auf die Gewässermorphologie sowie auf die Wassertiere des aquatischen Lebensraums beschrieben. Semiaquatische und terrestrische Uferlebensräume sowie die Quer- und Vertikalvernetzung profitieren ebenfalls von den Strukturierungsmassnahmen. Diese Aspekte werden im Handbuch und den Bautypenblättern jedoch nicht vertieft behandelt. Offene Fragen Zurzeit sind immer noch viele Fragen zur biologischen, hydraulischen und morphologischen Wirkung von Strukturen in Fliessgewässern offen. Erste Schweizer Forschungsstudien zur Verankerung von Holzstrukturen (Herrsche und Hsu, 2023), zum Einfluss von Totholz auf die Dekolmatierung der Gewässersohle (Schalko et al., 2024), oder zur Wirkung von Strukturierungsmassnahmen auf Makrozoobenthos in Schwall-Sunk-Strecken (Friese et al., 2022) liegen vor. Projektbezogene Wirkungskontrollen (Kap. 9), welche den positiven Einfluss von Strukturierungsmassnahmen auf Salmoniden aufzeigen, sind beispielsweise für den Scherlibach im Kanton Bern vorhanden (Dönni, 2021).
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