Wasser Agenda 21 / Strukturierungsmassnahmen

21/71 4.3 Bank Bei einer Bank handelt es sich um eine lokale Sedimentablagerung (Sand, Kies, Steine), die bei Niederwasser nicht überströmt wird (trocken liegt) und nicht von Vegetation bewachsen ist (Abbildung 2). Diese sind für viele Insekten, Reptilien und Vogelarten wichtig, die Pionierstandorte besiedeln. Bei bettbildenden Hochwassern werden Bänke umgelagert und bei ausreichend grossem Sedimenttransport immer wieder neu gebildet. Je nach Gewässertyp können Bänke einen Grossteil des Gerinnes ausmachen (Abbildung 2, links). Deren Bildung kann durch das Einbringen von strömungslenkenden Strukturen lokal gefördert werden. Abbildung 2 Links: Ausgedehnte Kiesbänke an der Sense (Kantonsgrenze Freiburg/Bern, Foto: P. Vonlanthen); Rechts: Kiesbank in der Sissle (Kanton Aargau, Foto: P. Vonlanthen). 4.4 Kolk Beim Kolk handelt es sich um eine lokale Erosionsform in der Gewässersohle, die durch Sekundärströmungen bzw. Wirbel gebildet wird (Abbildung 3). Damit wird die Definition eines Kolks im gewässerökologischen Sinne deutlich enger gefasst als im Wasserbau üblich, wo oft jede Erosionsform als Kolk bezeichnet wird. Abhängig von der Art der Entstehung werden oft unterschiedliche Kolktypen unterschieden (Zentralkolk, Lateralkolk, Mündungskolk, Staukolk, Nebengerinnekolk (Brunke et al., 2012)). Kolke dienen insbesondere grösseren und adulten Fischen als wichtigen Rückzugsraum und sind daher für verschiedene Fischarten besonders wichtig. Oftmals entstehen bei Revitalisierungen zu wenige oder zu kleine Kolke, um den Bedürfnissen der Fische gerecht zu werden. Kolke können durch unterschiedliche Massnahmen gefördert werden. Sie entstehen überall dort, wo Strömungsenergie durch Verwirbelungen der Strömung zu Tiefenerosion führt (z.B. bei Engstellen). Je höher die Strömungsenergie und je stärker die Verwirbelungen sind, desto grösser ist der Kolk, der entstehen kann. Dieser Prozess kann durch die Positionierung und die Grösse eingebrachter Strukturen induziert und gesteuert werden. Abbildung 3 Links: Kolkbildung unterhalb einer Struktur aus Totholz und Steinen im Scherlibach (Kanton Bern, Foto: P. Vonlanthen). Rechts: Strömungstrichter (Fliessrichtung von rechts nach links) mit Kolkbildung im Bereich des Trichters in der Wigger (Kanton Aargau, Foto: P. Vonlanthen).

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