Wasser Agenda 21 / Strukturierungsmassnahmen

22/71 4.5 Rinne Bei der Rinne (oder auch «Lauf» genannt) handelt es sich um einen lang gezogenen, relativ tiefen und langsam durchflossenen Gerinneabschnitt (Abbildung 4). Die benetzte Breite ist eher gering und wenig variabel. Rinnen entstehen je nach Topografie entlang von Prallhängen oder wenn das Gerinne bei einem geringen Gefälle stark eingeengt wird. Dieses Mesohabitat tritt in kanalisierten Gewässern häufig auf. Es gehört aber auch zu naturnahen Gewässern und dient verschiedenen Fischarten in verschiedenen Altersstadien als Lebensraum, nimmt dort aber deutlich weniger Fläche ein. Abbildung 4 Eine Rinne des Sayon (Kanton Neuenburg, Foto: P. Vonlanthen). 4.6 Furt Bei einer Furt handelt es sich um einen Abschnitt mit einer mittleren Fliessgeschwindigkeit, eher geringen Tiefe und mittleren Turbulenz (wenig Weisswasser) (Abbildung 5). Die Wasseroberfläche ist typischerweise leicht gewellt. Eine Furt entsteht i.d.R. bei einem Gefällesprung, der nicht allzu ausgeprägt ist. Eine Furt bildet sich z.B. durch das Geschiebe, welches aus einem vorangehenden Kolk oder einer Rinne transportiert wurde und aufgrund der zurückgehenden Strömungskraft flussabwärts abgelagert wird. Infolge der relativ hohen Strömungsgeschwindigkeit ist das Substrat eher grob und besteht aus Steinen und kleinen Blöcken. Das Sohlenlückensystem ist in diesem Mesohabitat gut durchströmt, und es gilt als wichtiger Lebensraum für Fisch- und Insektenarten, die zwischen den Steinen leben (z.B. Groppe oder Schmerle). Abbildung 5 Links: Langgezogene Furt in einem kanalisierten Abschnitt der Wyna (Kanton Aargau, Foto: P. Vonlanthen); Rechts: Furt in einem revitalisierten Abschnitt der Allaine (Kanton Jura, Foto: P. Vonlanthen).

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