Wasser Agenda 21 / Strukturierungsmassnahmen

23/71 4.7 Schnelle Die Schnelle ist im Vergleich zur Furt durch ein höheres Gefälle, höhere Fliessgeschwindigkeiten, gröberes Substrat und deutlich mehr Weisswasser (Schaumkronen) charakterisiert (Abbildung 6). Die Sohle besteht i.d.R. aus grossen Steinen und Blöcken mit einem ausgeprägten, durchströmten Lückensystem. Schnellen wie auch Furten werden durch Lebewesen besiedelt, die an starke Strömungen angepasst sind oder im Lückensystem der Sohle leben. Oftmals sind Schnellen aber auch mit grösseren Blöcken durchsetzt, die auf der Mikrohabitatebene auch strömungsberuhigte und tiefere Stellen (kleine Kolke) ausbilden und daher als Habitate für grössere Fische dienen (z.B. Forellen). Gegenüber Furten weisen Schnellen eine grössere Diversität an Strömungsmustern auf. Abbildung 6 Links: Schnelle in der Taverna (Kanton Freiburg, Foto: P. Vonlanthen): Rechts: Kurze Schnelle initiiert durch eine Holzverklausung im Scherlibach (Kanton Bern, Foto: P. Vonlanthen). 4.8 Hinterwasser Hinterwasser liegen i.d.R. in Ufernähe im Strömungsschatten von Hindernissen (Abbildung 7). Sie weisen bei Niederwasser keine Strömung oder dann eine Kehrströmung auf. Die Sohle besteht meistens aus kleinen Korngrössen (Kies, Sand, Feinsedimente). Oftmals sammelt sich an diesen Stellen auch Laub und anderes organisches Material. Diese Stellen dienen als Lebensraum für Jungfische, Kleinfischarten (z.B. Elritze, Schneider) und bei Insekten für Zersetzer von organischem Material (z.B. Bachflohkrebse). Dabei handelt es sich um ein typisches Mesohabitat, das durch Strukturierungsmassnahmen mit grossen Strukturen (Wurzelteller, Buhnen, Schlüsselhölzer, usw.) induziert werden kann. Abbildung 7 Links: Hinterwasser entstanden durch das Einbringen von Steinbuhnen (Allaine Kanton Jura, Foto: P. Vonlanthen); Rechts: Hinterwasser entstanden durch das Einbringen von Schlüsselhölzern (Scherlibach Kanton Bern, Foto: P. Vonlanthen).

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