24/71 4.9 Flachwasser Die Flachwasserbereiche liegen meistens in Ufernähe oder entlang einer trockenen Bank (Abbildung 8). Sie sind seicht (< 0.2 m tief), kaum durchströmt, und die Sohlenbeschaffenheit kann je nach Gewässer variieren. In Richtung Gewässermitte weisen sie oft einen ausgeprägten Strömungs- und Tiefengradienten auf. Sie dienen insbesondere Kleinfischarten und Jungfischen als Lebensraum. Entlang der Uferböschung sind sie auch ein wichtiges Vernetzungselement zwischen Wasser und Land. Abbildung 8 Typische Flachwasserbereiche: Links: Sissle im Kanton Aargau; Rechts: Sense (Kantonsgrenze Freiburg/Bern, Foto: P. Vonlanthen). 4.10 Stufe/Becken Die Mesohabitate «Stufe» und «Becken» treten in Kombination auf (Abbildung 9). Sie sind neben der Furt-KolkSequenz eine weitere typische Mesohabitatsequenz. Auf einen sehr steilen Abschnitt mit sehr hohem Gefälle – einer Stufe - folgt ein Becken mit einem geringen Gefälle, was nichts anderes ist als ein Kolk. Stufen-Becken-Sequenzen treten natürlicherweise dominant in steilen Gewässern auf. In flacheren Gewässern sind sie lokale Erscheinungen, z.B. bei Verklausungen und ausgeprägten Felsrippen. In begradigten Gewässern sind sie hingegen häufig anzutreffen, wenn Schwellen zur Sohlenstabilisierung verbaut wurden und einen künstlichen Absturz mit Kolk verursachen. Die Schwellenkolke sind in verbauten Gewässern für grössere Fischarten ein wichtiger (Ersatz-) Lebensraum. Abbildung 9 Links: natürliche Stufe mit Absturz und Becken im Aua da Russein (Kanton Graubünden); Rechts: künstliche Stufe mit Becken im Möhlinbach (Kanton Aargau, Foto: P. Vonlanthen).
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