Wasser Agenda 21 / Strukturierungsmassnahmen

33/71 Box 1: Beispiel Bünzaue Dieses Beispiel beschreibt die Vorgehensweise, um die Zielgrössen bezüglich Mesohabitatdichte bzw. -abstände anhand einer Referenzstrecke herzuleiten. Die Bünz im Kanton Aargau wird derzeit an verschiedenen Strecken revitalisiert. Anhand der Methode der Wirkungskontrolle vom BAFU konnte nachgewiesen werden, dass in der Bünzaue in Möriken die Anzahl beobachteter Sohlenstrukturen naturnah ist und dieser Abschnitt der Bünz daher als Leitbild für Mesohabitate und Unterstände dienen kann (Abbildung 11). Hierfür wurden die Sohlenstrukturen und Fischunterstände in einem Abschnitt von 159 m kartiert (BAFU, 2019 a; Vonlanthen et al., 2023). Es wurde eine Dichte von 61 Sohlenstrukturen pro Einheitslänge (159 m) nachgewiesen (Abbildung 12). Dabei wird ersichtlich, dass ca. 5-6 Furt-Kolk-Sequenzen vorhanden sind. Zu beachten ist, dass das Gewässer in diesem Abschnitt teilweise verzweigt verläuft. Die Länge einer FurtKolk-Sequenz beträgt ca. 30 m, was ca. dem Dreifachen der Sohlenbreite entspricht und eher kurz ist. Das bedeutet, dass an diesem Standort tendenziell eine eher kompakte Mesohabitatsequenz auftritt. Etwas flussaufwärts und -abwärts ist die Sequenzlänge etwas grösser. Daraus kann man schliessen, dass für die Planungen an der Bünz von einer Mesohabitatsequenzlänge von ca. 3–5-mal der Sohlenbreite auszugehen ist. Kolk oder Rinne bildende Strukturen (Tiefenerosion) sowie strömungsfördernde Strukturen sollten demnach ca. alle 30 m eingebaut werden. Bei der Kartierung der Unterstände hat sich gezeigt, dass 53 % der benetzten Fläche als Fischunterstände betrachtet werden können. Diese bestehen zu einem grossen Teil aus Steinen, Schwemmholz, überhängender Vegetation und Kolke/turbulente Wasserzonen. Im Feld zeigte sich dabei, dass insbesondere Totholz gute Verstecke in Kolken und Ufer ausbilden (unterspültes Holz), Steine liegen insbesondere in den Schnellen und Furten, wo sich Schwemmholz nicht ablagern kann. Abbildung 11 Links: Luftaufnahme der Aue von nationaler Bedeutung an der Bünz bei Möriken (Kanton Aargau). Sie kann als Leitbild für die Ableitung von naturnahen Mesohabitaten und Fischunterständen dienen. Rechts: Kartierung der Sohlenstrukturen in diesem Ausschnitt nach der Wirkungskontrolle Methode (Set 1, Indikator Sohlenstrukturen) (Kanton Aargau, 2023). Abbildung 12 Ergebnis der Kartierung von Sohlenstrukturen für eine Strecke von 159 m (Kanton Aargau, 2023).

RkJQdWJsaXNoZXIy NTcyNzM=