Wasser Agenda 21 / Strukturierungsmassnahmen

35/71 Verkleinerung des Abflussquerschnitts durch die eingebauten Strukturen mit Kolkbildung bzw. einer lokalen Absenkung der Sohle zu rechnen. In Gewässern mit hoher Dynamik sind zukünftige Absenkungen zu berücksichtigen und daher sind die Strukturen eher tief (ca. 1/5 - 1/4) über der Sohle einzubauen. Die Entwicklung der Gewässersohle aufgrund des Struktureinbaus (Ufererosionen, Auflandungen, Bildungen von Kiesbänken, Verfeinerung der Korngrössen, usw.) muss antizipiert werden. Wo sich Prozesse wie Ufererosion abzeichnen, diese aber nicht erwünscht sind, muss das Struktur-Design (Bautyp, Lage) angepasst oder mit ingenieurbiologischer Ufersicherung bzw. Uferverstärkung flankiert werden. Die natürliche Sequenzlänge von Mesohabitaten sollte für grosse Strukturen, die mesohabitatbildend wirken, berücksichtigt werden (Kap. 5, Beispiel Bünzaue,). Zusätzlich können aber noch weitere Strukturen eingebracht werden, die kleiner dimensioniert sind und als Unterstände dienen. 6.5 Beispiele von erfolgsversprechenden Kombinationen Verschiedenste Kombinationen von Bautypen wurden bereits realisiert, wobei sich einige als besonders geeignet herausgestellt haben, um gewisse Mesohabitate zu fördern. Die nachfolgenden erfolgsversprechenden Beispiele sind nach Kombinationen von Bautypen gegliedert. Die Legenden zu den Bildern verweisen jeweils darauf, welche Mesohabitate/Unterstände damit besonders gefördert werden. Strömungslenkung und Prallhang: Unterspülte Ufer stellen für Fische einen besonders attraktiven Lebensraum dar. Sie entstehen, wenn die Strömung gegen das Ufer gelenkt wird und das Ufer z.B. durch eine Stabilisierung (natürlicherweise z.B. Wurzeln von Pflanzen und Bäumen) nicht erodiert, sondern unterspült wird (Abbildung 13). Diesen Lebensraum kann man gut mit einer Kombination von Strömungslenkern (z.B. BTBs A-02, A-03, B-01, C-01, C02) mit im Prallhang verbauten Bautypen (z.B. BTBs A-03, A-04, B-02, D-02) fördern. Abbildung 13 Links: Strömungslenkung einer Buhne auf Steinblöcke am Ufer, die dabei unterspült werden. Im Bereich der Buhne entsteht im Gerinne eine Furt, hinter der Buhne eine Kiesbank mit Flachwasser und im Bereich der angeströmten Blöcke ein ausgeprägter Kolk (Wigger, Kanton Aargau, Foto: P. Vonlanthen).

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