47/71 Abbildung 19 Vereinfachte Darstellung der hydraulischen Habitate (Mesohabitate) einer Untersuchungsstrecken in der Wiese bei Basel vor und nach der Revitalisierung mit Sohlstrukturierung (WFN, 2022). c) Aquatische Wirbellose (Makrozoobenthos) Eine grössere Diversität der Fliessgeschwindigkeiten, eine bessere Strukturierung der Gewässersohle plus die eingebrachten Strukturierungselemente selbst vervielfältigen das Habitatangebot für spezialisierte aquatische Wirbellose. Die Beprobung und Bestimmung des Makrozoobenthos muss zwingend durch eine Fachperson durchgeführt werden. Nur so können die Insektenlarven auf entsprechendes Niveau bestimmt und spezifische Aussagen gemacht werden. Vor allem die zusätzliche Beprobung der Strukturierungselemente selbst ist wichtig. Die Beprobung kann qualitativ stattfinden (gezielte Beprobung von spezifischen Habitattypen, «Artensuchen»), gemäss Indikator-Set 6 der Praxisdokumentation (BAFU, 2024a) oder unter Anwendung der Methodik des Modulstufenkonzepts (BAFU, 2019 b) durchgeführt werden. Zu beachten: Das Zeitfenster für die Probenahme ist saisonal stark eingeschränkt und je nach Höhenlage des Gewässers unterschiedlich. Es braucht eine gewisse Zeit, bis neue Arten den Lebensraum wieder besiedelt haben. Der Zeitpunkt für die Wirkungskontrolle NACH Umsetzung der Massnahmen sollte bei diesem Indikator deshalb nicht zu früh angesetzt werden. Wird dieser Indikator gewählt, ist zwingend eine Kontrollstrecke miteinzubeziehen, da diese Organismen sehr empfindlich auf sich ändernde Umweltbedingungen respektive die Wasserqualität reagieren. d) Individuendichte und Artenspektrum Fischfauna Durch die grössere Variabilität der Sohlenstruktur, die vielfältigeren Strömungsmuster und die durch die Strukturierungselemente entstehenden zusätzlichen Fischunterstände nimmt die Attraktivität des Lebensraumes für die Fische markant zu (Abbildung 20). Die Biodiversität und Individuendichte der Fische sind somit sehr gute Indikatoren, welche auch relativ schnell auf Lebensraumveränderungen reagieren. Elektrische Befischungen bilden ein geeignetes Werkzeug um die (versteckten) Fische zu erfassen. Eher aufwändig gestalten sich die quantitativen elektrischen Befischungen einer Strecke in mehreren Durchgängen gemäss Modulstufenkonzept (BAFU, 2024b). Unter Anwendung dieser Methode werden alle Fische vermessen und mit Hilfe der verschiedenen Abfischungsdurchgänge Populationsschätzungen gemacht. Als Alternative bietet sich die Punkt-Befischung (Point Abundance Sampling, PAS) an: Die einzelnen Strukturierungselemente können gezielt befischt werden, wodurch spezifische Aussagen bezüglich deren direkten Wirkung auf die Fische gemacht werden können (Persat und Copp, 1990). Für den Nachweis der Fortpflanzungsaktivität bieten sich z.B. in Forellengewässern visuelle Laichgrubenkartierungen im Winter an. Diese können auch unter Anwendung der FIBER-App durch gut geschulte Fischer selbst
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