Wasser Agenda 21 / Strukturierungsmassnahmen

Version 2026 Flussbauliche Anwendung Empfohlen für alle Fliessgewässertypen unterhalb Waldgrenze. Sehr breites Anwendungsgebiet, auch unter Randbedingungen wie Schwall-Sunk, Restwasser, mässigem Geschiebetrieb usw. einsetzbar. Es wird empfohlen, Wurzelstock-Cluster eher in breiteren Gerinnen umzusetzen. Ökologische Ziele • Unterstände und Deckungsstrukturen. • Rückzugs-/ (Winter-) Habitate (Kolke). • Habitate für kiesliebende Lebewesen. • Habitate für strömungsliebende aquatische Lebewesen. • Habitate für an Stillwasserbereiche angepasste Lebewesen. • Nahrungsquelle für spezialisierte Lebewesen (Ansammlungen von organischem Material). Charakterisierung des Bautyps Wurzelstöcke sind natürlicherweise sehr häufig auftretende Totholzstrukturen in Fliessgewässern. Je nach Anströmung, Wurzeltellergrösse und Durchmesser der Wurzeln bilden eingebaute Wurzelstöcke über viele Jahre hinweg wertvolle Mesohabitate. In die Strömung ragend, akkumulieren sie Schwemm- holz (steigert Umfang/Komplexität Struktur) sowie Blätter und Geschwemmsel (Nahrung für Fischnährtiere). Wurzelstock-Cluster bestehen aus gruppenweise eingebauten Wurzelstöcken (mind. 2 Stk.). Durch die lokal erhöhte Belegungsdichte wird eine stärkere Wirkung erreicht als mit dem Einbau einzelner Wurzelstöcke. Wurzelstock-Cluster werden in der Gewässersohle eingebaut (mittig oder randlich), wobei die Stämme jeweils mit einge- grabenen Ankersteinen verbunden sind. Die Struktur- und oberflächenreichen Holzkörper schaffen Strömungsvariabilität, morphologische Diversifizierung und einen lokalen Kühlungseffekt durch Verdunstung und punktuelle Beschattung der vom Cluster generierten Unterstände. Bauvorgang Wurzelteller i. d. R. gegen Fliessrichtung einbauen. 1. Herstellung von Wurzelstöcken mit Ankersteinen (Anzahl je nach Cluster-Grösse, mind. 2 Stk.). Dabei werden die Stammanteile der Wurzelstöcke jeweils fest mit einem Ankerstein (formwilder Blockstein) verschraubt 2. Eingraben der Ankersteine in Gewässersohle. 3. Nach Einbau liegen Ankersteine komplett in der Gewässersohle, nur noch die Wurzelstämme ragen in Strömung. Unterhalt und Pflege Kein Unterhalt/Pflege erforderlich. Naturdynamik erwünscht (Kap. 11). Lebenszyklus-Betrachtung der Struktur In der wechselfeuchten Zone (Bereich der Wasserspiegelschwankung) wird Holz relativ rasch zersetzt. Die Lebensdauer einzelner Wurzelstöcke beträgt dann je nach Grösse und Exposition 10 bis 15 Jahre. Stets untergetauchte Teile sind demgegenüber ausgesprochen dauerhaft (> 100 Jahre). Bei starkem Geschiebetrieb oder Treibeisvorkommen kann die Lebensdauer der Struktur durch Abrasion herabgesetzt werden. Im Böschungsbereich können Wurzelstock-Cluster mittels austriebsfähiger Holzpflöcke ergänzt werden (Entwicklungspotenzial zu Weidengebüsch). Wurzelstock • Einheimische, möglichst lokal gewonnene Laub- oder Nadelholzarten. Kein Verschleppen von invasiven Neophyten beim Zuführen von externen Wurzelstöcken. • Empfohlene Länge Stammanteil mind. 1 m. Anzupassen je nach projektspezifischen Faktoren. Verankerungstechnik bei Variante Wurzelstock mit Ankerstein • Spreizdübel (i. d. R. mind. 20 cm tief im Ankerstein versenkt), Gewinde- bzw. Spannstab (i. d. R. 15–20 mm), Mutter und Unterlagsplatte, anzupassen je nach projektspezifischen Faktoren • Empfohlene Blocksteingrösse (Ankerstein) mind. 1 t/Stk., anzupassen je nach Grösse Wurzelstock und projektspezifischen Faktoren. Bei sehr langem Stammanteil (> 3 m) wird ein zweiter Ankerstein empfohlen. Baumaterialien Wurzelstock-Cluster Einfache Holzstrukturen B-04b

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