17 Warum das Seetal der schönste Ort zum Leben ist? Die Gegend ist doch einfach wunderschön und abwechslungsreich. Mir gefällt es hier, weil man nicht so eingeengt ist, es hat eine gewisse Fläche und halt den See. Ich bin nicht ein spezieller Schwimmer, aber ich habe den See gerne, einfach so zum normal Baden. Ich fühle mich hier im Seetal daheim und verbunden von der Kindheit her. Die ersten acht Jahre bin ich in Baldegg aufgewachsen, dann sind wir nach Hochdorf gezügelt, und seither bin ich eigentlich immer hier geblieben. Mein Arbeitsplatz im Kloster ist ganz nah, nur ein paar Minuten von unserer Wohnung entfernt. Aber in den Ferien, da gehen wir dann gerne weit weg. In Thailand waren wir schon zweimal. Reisen gefällt mir, auch etwas Neues sehen, eine andere Kultur erleben und das Meer geniessen. Wenn man zuhause bleibt, denkt man immer wieder, man muss noch in den Garten. Der fordert ziemlich viel. Wir haben einen grossen Garten im Turbiweiher an der Ron unten: vierundzwanzig Beete mit Gemüse, Himbeeren, Erdbeeren und Salat. Im Haushalt muss ich nicht gross mithelfen. Nein, kochen muss ich auch nicht, meine Lebenspartnerin ist eine ausgezeichnete Köchin, sie kocht sehr gerne. Das ist mein Glück. Die Lehre als Sanitärinstallateur habe ich damals in Eschenbach gemacht, also nicht weit weg von Hochdorf. Für die zwei Jahre Zusatzlehre als Sanitärzeichner wechselte ich die Firma, die war in Ebikon. Aber nachher bin ich wieder zurück zu meinem ersten Arbeitgeber gegangen. Ich habe gemerkt, dass ich dort mehr Abwechslung habe als beim Zeichnen. Nur auf dem Büro, das wäre nicht meins. Insgesamt bin ich einundzwanzig Jahre im gleichen Sanitärgeschäft gewesen. Ich habe immer ein wenig Ausschau gehalten und mir immer gedacht: Einmal kommt schon noch das Richtige. Man muss das Warten einfach aushalten und denken, irgendwann geht dann ein Türli auf. Von Hodel Alois habe ich gewusst, dass es im technischen Dienst des Klosters einmal Veränderungen geben wird. Als es aktuell wurde, habe ich mich gleich gemeldet. Natürlich hatte mein Chef nicht Freude, aber meine Kollegen haben gesagt, das ist genau das Richtige für dich. Die meisten Leute können es sich nicht vorstellen, wie das so geht, im jobs@klosterbaldegg.ch Kloster zu arbeiten. Ehrlich gesagt, ich war ja auch etwas überrascht, wie offen man hier eigentlich ist. Ich habe mir das anders vorgestellt. Hier wird respektiert, was andere machen. Mit den Schwestern komme ich gut durch. Nun arbeite ich schon drei Jahre im Kloster Baldegg. Es gibt noch immer Sachen, die ich noch nie gesehen habe, und von denen nur Herr Hodel weiss, wo die Tücken sind. Er sagt dann, ja, das haben wir auch schon gehabt, das geht so und so. Er zeigt mir wirklich alles. So kann ich noch immer etwas lernen. Es tut gut, wenn man gebraucht wird und ist schön, wenn man helfen kann, so gut es geht. Wenn man miteinander arbeitet und nicht gegeneinander, geht es sowieso ringer. Am Morgen und meistens am Mittag treffe ich mich mit Herr Hodel. Dann besprechen wir die Arbeit. Wir haben wirklich viel Abwechslung, es gibt viel zu tun im Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsbereich, dazu kommen andere Hauswartarbeiten und Reparaturen. Für mich ist interessant, dass man hier noch etwas repariert. Ich probiere auch gerne handwerklich etwas aus. Hier haben wir auch nicht den gleichen Druck wie auf dem Bau und in der Privatwirtschaft, wo es heisst, das muss bis dann und dann fertig sein. Mich dünkt, so wie es läuft, ist alles i.O. Ich wüsste nicht, was man ändern müsste, und zu jammern habe ich auch nichts. jobs. Stefan Ulrich ist kein Jammerer
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