baldeggerjournal

17 Eigentlich heisse ich richtig Elisabeth. Aber ich möchte, dass man mich Lisi nennt. Schon als Kind wollte ich das so. Mir sagen alle Leute Lisi. Darum bin ich für meine Grosskinder auch einfach s’Lisi. Seit 39 Jahren wohne ich hier in Amden, aber ich bin eine Luzernerin. Am Anfang hatte ich schon etwas Heimweh. Besonders wenn’s gegen den Frühling ging, in Amden noch Schnee lag und mir mein Mueti telefonierte, dass daheim die Schneeglöckli blühten. Nei, dann war es nicht mehr gut für mich! Am schönsten in Amden finde ich die Berge, die frische Luft und die Leute. Die habe ich einfach gern. Für mich sind die Ammler offener als die Leute im Tal unten. Sie haben mich aufgenommen wie ich bin. Man muss natürlich auch etwas dazu beitragen und auf die Leute zugehen, ganz klar. Aber ich habe nie Schwierigkeiten mit den Ammlern gehabt. Im Kurhaus Bergruh in Amden arbeite ich erst seit eineinhalb Jahren, und es gefällt mir sehr gut hier. Die Bergruh war mir von den Meditationskursen, die ich hier besuchte, bekannt. Sr. Romana fragte mich einmal, ob ich Zeit hätte, aushilfsweise hier zu arbeiten. Da habe ich halt ja gesagt, obwohl ich mir nachher sagen musste: eigentlich hättest du sonst noch genug zu tun. Die Kirche in Amden putze ich ja auch noch, ich weiss nicht wie viele Jahre schon. Aber ich habe immer einen Haufen Sachen nebeneinander gemacht. Hie und da serviere ich auch noch in der Besenbeiz auf dem Höhenweg. Im Kurhaus Bergruh habe ich anfangs im Hausdienst gearbeitet, dann in der Abwaschküche und schliesslich hat es geheissen, wir haben niemanden in der Küche beim Salat. Ist mir doch ganz gleich, was ich machen muss. Auch in der Wäscherei helfe ich mit. Daheim mache ich ebenfalls alles gerne. Nur Wäsche versorgen nicht, das ist wahr. Keine Ahnung, warum das so ist. Durchschnittlich bin ich drei bis vier Mal pro Woche in der Bergruh, je nachdem wie viele Gäste sie haben. Jetzt ist es grad ein bisschen ruhiger im Kurhaus. Aber daheim gibt es auch Arbeit. Und Ruhe sollte man auch einmal ein wenig haben. Aber einfach ruhig hocken kann ich nicht, ich muss etwas machen, lismen oder handarbeiten oder eben meditieren. In der Bergruh wüsste ich nicht, was ich verändern wollte. Die haben es dort ja alle schön, die Gäste und die Schwestern zusammen. Ganz wichtig ist, dass man gut zusammenarbeitet, aber das machen wir bereits. Die Ruhe in der Bergruh ist schon speziell. Auch beim Arbeiten geht es ruhiger zu und her als an einem andern Ort. Gut, es gibt auch hier hektische Zeijobs@klosterbaldegg.ch ten, aber ich finde, die Schwestern stecken einem einfach an mit ihrer Ruhe. Ich bin ja eher ein Zappli, ich habe früher immer viel hektischere Arbeitssituationen gehabt. Darum bin ich auch in die Meditationskurse gekommen, um etwas zur Ruhe zu kommen. Aber ich bin auch eine, die gerne schwatzt und erzählt, ich habe gerne Leute um mich. Ich finde, etwas Gutes darf man auch erzählen. Von der Familie vielleicht. Auf die bin ich wirklich stolz. Die Gäste haben es gerne, wenn man mit ihnen ein wenig spricht oder sie aufmuntert, wenn man merkt, dass sie keinen guten Tag haben. Da braucht es nicht viele Worte. Die meisten Gäste gehen ja wieder fröhlich weg von der Bergruh. Selber bin ich glücklich und zufrieden, wenn ich mit allen Leuten Frieden habe und gesund bin. Mehr brauche ich nicht. Und wenn ich mal einen andern Tag habe, dann nehme ich den halt auch so. Das gehört zum Leben. Glücklich macht mich auch, wenn es meinen Kindern und Grosskindern gut geht. Natürlich auch meinem Mann, aber der ist sowieso immer mit eingeschlossen. Er ist auch ein zufriedener Mensch, einfach etwas ruhiger als ich. Für Amden mache ich gerne Werbung: wir haben ein einzigartiges Panorama, wandern kann man hier noch und noch, es gibt ein Hallenbad, man kann bergsteigen und klettern und skifahren und schneewandern. Den Fallenbach hingegen würde ich nicht empfehlen. Das ist ein Blödsinn, da unten Sport zu betreiben. Restaurants haben wir in Hülle und Fülle, auch Besenbeizen. Und dann gibt’s ja den neuen Weg, der unterhalb des Dorfes zur Bergruh führt. Der ist einfach wunderschön. Natürlich gibt es den einen oder andern Ammler, der ihn nicht nötig findet. Aber es muss ihn ja niemand gehen, der nicht will. Für die Gäste ist es aber super, das habe ich schon in der Kirche gemerkt, wenn ich am Putzen bin. Es schauen viel mehr Leute von der Bergruh in der Kirche vorbei. Ich bin gespannt, ob der Weg im Winter gepfadet wird. Wäre schön, schon wegen unserer berühmten Krippe in der Kirche! jobs. Lisi Büsser hat gerne Leute um sich

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