baldeggerjournal

17 Ich arbeite nur noch einige Wochen – und dann ist endgültig Schluss mit Schaffen! Dann bin ich pensioniert. Ich habe fast mein ganzes Leben mit Sr. Ancilla-Maria in der Küche gearbeitet. Wie das angefangen hat? Das war so: Als ich aus der Schule kam, hat es geheissen, du gehst nach St. Gallen. Das wollte ich nicht. Dann hat es geheissen, du gehst nach Appenzell. Das wollte ich auch nicht, aber meine Mutter wollte es halt doch. Es blieb mir nichts anderes übrig, ich musste nach Appenzell ins Kollegi in die Küche. Dort waren Baldegger Schwestern. Kochen habe ich zwar nicht gelernt, aber folgen. Ich musste immer das Zobig und das Znacht machen. Zwei Jahre war ich in der Küche und dann noch drei Jahre im Haus. Dann ging ich weg und arbeitete für kurze Zeit in einem Privathaushalt. Dort haben sie es mir dreckig gemacht. So bin ich halt bald wieder gegangen und habe im Spital in Sursee in der Küche eine Stelle gefunden, ich glaube das war 1968. Es waren wieder Baldegger Schwestern in der Küche. Sr. Ivo war Küchenchefin und Sr. AncillaMaria war auch in der Küche. Seither arbeiten wir beide immer zusammen. In Sursee habe ich dann kochen gelernt. Ich habe einfach den Schwestern abgeschaut und mir ein paar Heftli gekauft. So habe ich mich selber weitergebildet. Den grössten Teil kann ich jetzt selber kochen. Und das moderne Zeug muss ich gar nicht kochen können, z.B. CocktailSachen und so. Nach acht Jahren Sursee kam ein halbes Jahr Küche im Kurhaus Oberwaid in St. Gallen. Anschliessend gingen wir miteinander in die Küche des Kurhauses Bergruh in Amden. Zehn Jahre blieben wir dort. Das war sehr schön. Wir konnten andere Kost geben als im Spital und schöner garnieren als im Spital. Wir haben im Spital zwar auch schön angerichtet, aber es war halt einfach anders in Amden, wo wir für Gäste kochen durften. Mir hat besonders gut gefallen, dass wir dort von Zeit zu Zeit ein «Kaltes Buffet» machen konnten. Mit der Zeit konnte ich das alles «aus dem FF». Seit 1987 sind wir zwei in der Küche im Invalidenheim St. Antonius in Hurden. Das sind auch schon wieder 22 Jahre. Hier gehört auch Yolanda zu unserem Team, sie ist schon zwanzig Jahre bei uns. Wenn Sr. Ancilla-Maria frei hatte, war ich der Chef. Jemand muss ja dann die Arbeit verteilen oder sagen «So und so musst du es machen.» Wir haben es immer schön miteinander gehabt. Es hat nie jemand reklamiert. Kochen macht mir Freude. Aber ich mache jede Arbeit gern. Wieso auch nicht? In der Küche gibt es ja jobs@klosterbaldegg.ch keine Dreckarbeit. Ich putze auch gerne den Herd oder die Tiefkühler, das ist für mich selbstverständlich. Das habe ich in Appenzell gelernt. Dort ist man schon geschult worden. Für mich ist das heute alles normal. Gegenteilige Meinungen hat es in unserer gemeinsamen Zeit in der Küche auch etwa gegeben. Ich war auch schon verrückt auf Sr. Ancilla-Maria. Ich habe halt ein feuriges Temperament, das habe ich aber nicht gestohlen. Ich brauche dann halt einfach meine Zeit, bis ich wieder kann. Vielleicht zwei bis drei Stunden. Dann ist alles wieder i.O. Die Bewohnerinnen und Bewohner im Antoniusheim in Hurden kenne ich natürlich alle. Einige kommen immer wieder in die Küche, aber das stört mich überhaupt nicht. Früher konnten wir von der Küche auch etwa mit auf einen Ausflug mit den Patienten. Das war immer schön. Heute gehen halt die Betreuerinnen und Betreuer mit. Ich habe keine Angst, dass ich nach der Pensionierung meine Zeit nicht durchbringe.Wenn ich aufhöre, mache ich zuerst einmal richtig Frühlingsputzete. Aber nur immer ein bisschen. Ich kann ja bis in den Winter hinein daran machen. Wenn ich genug von der Putzete habe, haue ich einfach ab und gehe etwas spazieren oder schaue, was im Fernsehen kommt. Ich bin sicher nicht eine, die dann den ganzen Tag abstaubt. Einmal in der Woche, mehr nicht. Ich will es einfach noch ein wenig geniessen. Wie das geht? Ich kann schlafen, solange ich will und sonst muss ich gar nichts mehr.Aber eigentlich bin ich immer gerne arbeiten gegangen. Wenn man nicht arbeitet, gibt es ja auch keinen Lohn! Ich wünsche mir, dass ich gesund bleibe und mit meinem Geld durchkomme. Ich habe zwar keine Ahnung, wie viel ich nach der Pensionierung bekomme. Wie man sagt, sollte ich gut versichert sein. Aber ich kann mich auch einschränken und habe etwas auf der Seite. Ich brauche auch noch etwas, wenn ich später einmal in eine Alterswohnung zügeln werde. Ich kaufe mir jetzt dann ein Generalabonnement, denn ich möchte wieder mehr herumreisen. Vielleicht sogar mit Sr. Ancilla-Maria, wenn es erlaubt ist. jobs. Anni Huber will’s geniessen

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