17 Es ist schon schwierig zu sagen, was ich nicht gerne mache. Früher ist mir das Büro so ein wenig fremd gewesen. Heute mache ich das aber sehr gerne. Ich muss das wirklich gestehen. Denn damals, als ich mich mit dem Computer anfreunden musste, habe ich mir schon einen Ruck geben müssen. Am Anfang habe ich nämlich gedacht, es geht doch ohne eine computergesteuerte Heizung im Kloster. Aber heute muss ich eigentlich sagen: Zum Glück haben wir sie! Das ist wirklich eine gute Sache: ich kann ja daheim vom Computer aus ins ganze Heizungssystem des Klosters hineinschauen. Mein Natel ist jetzt auch so ausgerüstet, dass die wichtigsten Alarme aufgeschaltet sind. Wenn etwas in der Heizungsanlage nicht ganz in Ordnung ist, kann ich übers Wochenende zuhause schnell ins System hineinschauen und sehen, ob noch alles klappt. Wenn der Alarm auf dem Natel losgeht, quittiere ich ihn zuerst, dann schaue ich zuerst daheim ins System, sehe was los ist und entscheide dann, ob ich ins Kloster hinunterfahren muss, oder ob ich warten kann bis am Montag. Ich glaube, ich war schon zu jeder Tages- und Nachtzeit im Kloster. Alarme sind nämlich häufig übers Wochenende oder wenn ich frei habe. Mit einem Auge bin ich also immer im Kloster, wenn ich daheim bin. Das belastet mich aber nicht. Ich kann gut mit dem leben. Es gibt ja schon Leute, bei denen das nicht geht. Aber bei mir geht es. Meine Arbeit für den nächsten Tag plane ich immer am Abend, wenn ich heimkomme. Dann schreibe ich auf meinem Blöckli die ersten Arbeiten auf, gerade so in der Reihenfolge, wie ich sie am andern Tag machen will. Und dann fange ich am Morgen genau so an. Nach etwa einer Viertelstunde sieht das meist schon ganz anders aus. Aber das ist kein Problem für mich. Es stört mich gar nicht, wenn fünf, sechs Telefone nacheinander kommen und mir berichtet wird, dieses oder jenes funktioniere nicht. Es gibt halt immer wieder etwas, das stehen bleibt. Wenn beispielsweise der Patientenlift stehen bleibt, ja, dann muss man halt sofort schauen gehen. Da kann man nicht einfach warten. Es liegt mir, verschiedene Sachen selber zu reparieren. Mittlerweile habe ich mit allen nötigen Firmen gute Beziehungen, ich besorge mir dann die nötigen Ersatzteile, und so kann ich das Allermeiste selber in Ordnung bringen. Ich habe sehr Freude, Verantwortung zu tragen, selber etwas zu entscheiden und zu organisieren. Eigentlich habe ich nicht zwei Arbeitstage, die gleich sind. Das gefällt mir gut. Deshalb habe ich vom Bau ins Kloster gewechselt. Ich mache auch gerne die eine oder andere Konstruktion selber. Der Weihrauchständer fällt mir gerade ein, oder der Dampfapparat für die Gärtnerei. Das war noch eine gute Sache gewesen! Wirklich interessant. Ich bin auch in der Freizeit nicht einer, der auf dem Stuhl hockt. Ich lese auch gerne. Das mache ich meist im Bett. Auch der Garten ist ein Hobby. Ich mache das Gemüse, meine Frau die Blumen. Auch Schweissen tue ich gerne, kürzlich habe ich ein Treppengeländer fabriziert. Für einen Kollegen habe ich in letzter Zeit einen Oldtimer-Traktor wieder zwäg gemacht. Solche Dinge sind aufwändig von der Zeit her, aber nachher hat man Freude. Meine Frau sagt oft, dass ich ein Helfersyndrom habe. Das ist schon ein bisschen so. Ich kann manchmal schlecht nein sagen. Aber im grossen und ganzen bin ich eigentlich zufrieden. Ich habe auch gelernt, mich zu wehren. Wenn ich merke, dass da jemand mit mir ein krummes Ding drehen will, kann ich dann schon auf die Hintern stehen und sagen, dass es so nicht geht. Irgendwie sollte man auch fähig sein, etwas zu schlucken. Aber sicher nicht alles! Ich weiss noch gut, was ich beim Vorstellungsgespräch vor zwölf Jahren gesagt habe. Das stimmt nämlich noch immer: «Ich mag etwas ertragen, und es geht lange bis ich etwas sage, aber wenn ich dann etwas sage, dann ist es so. Dann kann ich mich dann schon ausdrücken, und zwar ziemlich genau!» Wir haben zwei Kinder. Jörg und Jana. Jörg hat bereits seine zweite Lehre begonnen. Beim ersten Lehrabschluss hat er als bester Sanitärinstallateur den ersten Pestalozzi Preis gewonnen. Nun macht er noch die Lehre als Heizungsmonteur. Unsere Tochter ist im ersten Lehrjahr als Heizungszeichnerin. Aber es ist nicht so, dass ich die beiden beeinflusst hätte in ihrer Berufswahl, wie man etwa meinen könnte. Sie wollten es wirklich selber. Natürlich habe ich Freude, dass es so ist. Da gibt es schon einen gewissen Stolz. jobs. Alois Hodel bringt Stehengebliebenes zum Laufen jobs@baldeggerschwestern.ch
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