17 Wenn ich pressieren muss, werde ich ganz chribbelig. Im Service, wenn es gar viele Gäste hat und die dann noch Getränke und soscht no alle Gogger gern hätten, werde ich schnell nervös. Meine Mitarbeiterin sagt dann: «Ganz ruhig bliibe, Margrit». Manchmal merke ich es auch selber, dann schalte ich zurück. Und wenn näbis passiert, probiere ich, es nächstes Mal besser zu machen. Was ich am liebsten tue? Gute Frage. Ich muss gerade überlegen: Eigentlich mache ich alles gerne. Aber, wenn Sie mich schon fragen: Die Abwaschküche und Flecken auf dem Parkettboden im Gästespeisesaal putzen, das mache ich am liebsten. Manchmal passiert näbis, etwas Kompott tropft auf den Boden oder von den Schuhen gibt es Striemen. Dann krieche ich unter den Tischen herum und putze die Flecken. Den Boden im Speisesaal feuchtwischen, das mache ich ebenfalls sehr gerne. Im Februar sind es schon vierzehn Jahre her, seit ich in die Oberwaid bin. Eigentlich komme ich vom Hirschberg im Kanton Appenzell Innerrhoden, aber mein Vater und meine Mutter sind vor zwanzig Jahren nach Eggerstanden gezügelt. Ich bin die Jüngste und habe noch zwei Schwestern und vier Brüder. I globe i bi zwänzgmol Tante, halt, i muess zerscht norechne, bevor i ä Sech verzelle. Aber es stimmt. Ich habe nach der Schule zwei Jahre Haushaltungsschule besuchen dürfen. Zuerst konnte ich im Kurhaus Chalet Erika in Gonten ein paar Monate arbeiten. Dann habe ich die Kündigung bekommen, weil sie das Haus geschlossen und keine Kurgäste mehr aufgenommen haben. Sie hätten zu viel umbauen müssen im Chalet und die Krankenversicherungen haben auch nicht mehr gezahlt. Als ich in die Oberwaid kam, arbeitete ich zuerst fünf Jahre im Zimmerdienst. Jetzt kommt mir in den Sinn, was ich dort nicht gerne gemacht habe: die Wäschewagen. Aber nur, weil ich dafür zuviel Zeit gebraucht habe und dann zu spät in den Service gekommen bin. Man sollte nämlich schon pünktlich am Arbeitsplatz sein. Aber sie haben nie mit mir deswegen geschimpft. Wahrscheinlich mache ich die Arbeit etwas zu gründlich und brauche dann auch etwas mehr Zeit als andere. Darum bin ich nicht geeignet für die Arbeit in der Cafeteria. Dort muss alles schnell gehen, Ich habe halt hie und da einen Knopf in der Leitung. Ich luege äfach s’Bescht dros z’mache. Wünschen würde ich mir, dass ich noch lange in der Oberwaid bleiben kann. Do bini äfach rundum zfride! In der Oberwaid gefällt mir an den Baldegger Schwestern dr fründlichi Usdruck. Sie sind alle lieb und verstehen mich auch. Ich kenne auch die Schwestern in Amden und Montana. Amden ist mein Lieblingsplatz für die Ferien. Ich bin dort wie daheim. Der Grund dafür sind wohl mehr oder weniger die Berge. Dort wo ich aufgewachsen bin, haben wir einen uuuschönen Blick in die Berge gehabt. Und dieser Blick hat nun mein Bruder, der lebt nämlich jetzt dort. Eine Woche kann ich auch zu meiner Schwester in die Ferien. Im Januar gehe ich dann mit Nicole, einer Arbeitskollegin, nach St. Moritz. Ich bin noch nie dort gewesen. Und im Mai, ich kann es kaum glauben, fahre ich mit einem Car eine Woche nach Spanien. Ich bin noch nie im Ausland gewesen. Allein würde ich nie gehen. Aber wir fahren mit dem Fanclub der Musikgruppe von Marlen. Ich bin gespannt wie es mir dann geht. Ich chomme nämli s’Heiweh über. Wenn ich frei habe, kann ich zu meiner Schwester gehen, oder zu Mueter und Vatter oder auch hier in der Oberwaid bleiben. Ich habe ja jetzt zwei Zimmer hier. Meine Mutter hat auch schon gesagt: Du häsch äs guet, du häsch figgi und mühli. Es wird mir nicht langweilig. Am Abend male ich manchmal Mandalas. Mittlerweilen habe ich gelernt, welche Farben zusammen passen. Manchmal gehe ich auch in die Stadt und schaue, was es so herum hat. Oder ich gehe zu meiner Schwester die Kinder hüten. Die haben einfach Freude an mir. Letztes Mal als ich kam, sagten sie, dass sie sich schon lange auf mich gefreut hätten. Ich habe gesagt, ja, ja, weil ihr öppis überchömed von mir. Aber das ist nicht der Grund, die Kinder haben gesagt, sie heget sich druuf gfreut, weil sie mich halt äfach möget. jobs. Margrit Inauen hed figgi ond mühli jobs@baldeggerschwestern.ch
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