43/71 − Blocksteinquerriegel mit hölzernen Strukturen im Kolk- und Böschungsbereich (weit verbreitete Kombination bei Bächen mit Fokus auf Fischmigration). − Abfolge von hölzernen/ingenieurbiologischen Sohlenstabilisatoren mit vereinzelten Blockstein-Riegeln: z.B. nur jede fünfte Schwelle aus Blockstein erstellen, dadurch Schaffung erhöhter Sicherheit bezüglich Erosionen in den ersten Jahren, bis die Gehölze / Durchwurzelung der ingenieurbiologischen Massnahmen dauerhaft halten (Optimierung Baukosten und Risiken). In Projekten ohne Ansprüche bzgl. Sohlen-/Böschungsstabilisierung sollten für Strukturierungen vermehrt hölzerne Bauweisen bzw. ingenieurbiologische Massnahmen eingesetzt werden, da wie erwähnt fast alle Gewässer ein grosses Totholzdefizit aufweisen. Steine als Strukturierungselemente sollten demgegenüber nur in Gewässern eingesetzt werden, welche diese natürlich transportieren könnten (also z.B. nicht in Wiesenbächen). Eine zusätzliche (technische) Verankerung ist dort notwendig, wo Strukturen selbst nicht ausreichend stabil im Gerinne eingebaut werden können. So wurden zur Stabilisierung hölzerner Bautypen diverse Verankerungstechniken entwickelt, wobei auch gewässerfremde Hilfsstoffe eingesetzt werden, wie z.B. Stahlseile, Stahlstäbe oder Gewindestangen. Daneben gibt es auch Verankerungstechniken wie Holzpfähle oder Naturfaserseile sowie neue, innovative Verbindungstechniken wie Holz-zu-Holz-Verbindungen. Diese Verankerungen sind je nach Rahmenbedingungen auszuführen: − Seile (Naturfasern bevorzugt): Naturnahes Material, kann bei zunehmendem Alter (Verwitterung) reissen. − Stahlverankerungen: Einsatz insb. bei Holzstrukturen mit Massivholzanteil (Stammholz), z.B. Verschraubung Holzstruktur mittels Gewindestäben, Stahlplatten und Muttern an Ankerstein (sogenannter Wurzelstein, Details s. Bautypenblatt B-04 a). − Stahlseile aufgrund negativer Erfahrungen (Verletzungsgefahr) nicht mehr empfohlen. − Holzpfähle zur Fixierung von Strukturen in rammbarem Untergrund: Kleine Pfähle z.B. für Faschinen; grosse Pfähle z.B. für Fixierung Stammhölzer oder künstliche Log Jams. − Holz-zu-Holz-Verbindungen können z.B. als Zimmermannsverbindung erstellt werden, wobei die Dauerhaftigkeit bzw. Holzhärte des Verbindungsholzes zu beachten ist. Dauerhaftigkeit bzw. Witterungsbeständigkeit diverser Holzarten: sehr dauerhaft Robinie, Edelkastanie dauerhaft Eiche mässig dauerhaft Lärche, Douglasie wenig dauerhaft Tanne, Fichte, Ulme nicht dauerhaft Birke, Buche, Esche, Linde, Pappel, Ahorn, Hasel Bezüglich Nomenklatur der Holzbaustoffe wird auf die Planungshilfe Engineered Log Jam, Version 2.0, Anhang D verwiesen (Widmer et al., 2022).
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