50/71 Schneeball (Viburnum opulus), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), Weissdorn (Crataegus sp.) und Geissblatt/Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum). Eine besondere Pflegeform von Ufergehölzen ist die Kopfweide. Kopfweiden sind ein historisches Kulturgut und insofern als landschaftliches Element sehr ansehnlich. Sie sind aber vor allem ökologisch sehr wertvoll. Kopfweiden bieten unzähligen Insektenarten – von Wildbienen über Tag- und Nachtfalter bis zu Käfern – einen Lebensraum. In den hohlen Stämmen alter Kopfweiden finden auch Fledermäuse oder Eulen Unterschlupf. Von den bei uns heimischen Weidenarten eignen sich vor allem die Silberweide (Salix alba) und die Korbweide (Salix viminalis) als Kopfweiden. Abbildung 22 Links: Alte Kopfweiden sind ökologisch sehr wertvoll. Hunderte von Insektenarten - Schmetterlinge, Käfer, Wildbienen u.v.m. - finden Nahrung und Lebensraum auf alten Weiden. (Revitalisierter Hofibach, Affoltern am Albis. Foto: P. Sieber). Rechts: Natürlich mäandrierender Waldbach mit unterspülter Wurzel (rechts im Bild) und einer Totholzansammlung (Dindlikerbach, Humlikon. Foto: P. Sieber). 10.3 Bestockungsdichte, Biodiversität und Kühlung Die Frage, wie stark ein Gewässerabschnitt bestockt werden soll, ist von den lokalen Gegebenheiten abhängig und muss pragmatisch angegangen werden. Komplett gehölzfreie Abschnitte sind häufig monoton und fördern die Erwärmung des Wassers im Sommer. Gleichzeitig sind aber auch Hochstauden, artenreiche Wiesenböschungen oder Hochmoore wertvolle Habitate. Vollständig und dicht bestockte Abschnitte wiederum führen zwar zu einer Abkühlung des Gewässers, dafür sind sie aber artenärmer. Neuere Studien zeigen (Hediger und Sarbach-Remund, 2021), dass mit einer lückigen Bestockung am meisten Arten (sowohl Tiere als auch Pflanzen) gefördert werden können. Libellen beispielsweise benötigen als wasserbezogene Insekten auch ausreichend besonnte Abschnitte. Makrophyten wiederum können nur wachsen, wenn eine Bestockung < 75 % vorhanden ist. Ein vielfältiges Mosaik von bestockten und offenen Gewässerabschnitten ist anzustreben. Mit einer lückigen Bestockung (50 bis max. 80 % Deckungsgrad) kann eine ausreichende Kühlung der Gewässer erreicht werden bei gleichzeitiger Förderung der Biodiversität. Altbäume sollten auf jeden Fall erhalten werden, weil sie eine Vielzahl von Insekten und anderen Lebewesen (Pilze, Flechten, Vögel) beherbergen (insbesondere Eichen und Weiden).
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