Wasser Agenda 21 / Strukturierungsmassnahmen

51/71 Abbildung 23 Links: Lückig bestockter Bach mit Wiesenböschungen, Hecken und Altbäumen (Neugutbach, Bubikon. Foto: P. Sieber). Rechts: Weibchen einer Gebänderten Prachtlibelle (Calopteryx Splendens) auf einem Laubblatt. Libellen sind angewiesen auf besonnte Wasserflächen (Foto: T. Liechti). 10.4 Bedeutung von Totholz Sehr wichtig im naturnahen Wasserbau ist das Vorhandensein von Totholz. Das Anlegen einer Uferbestockung bildet die Grundlage für den natürlichen Eintrag von Totholz in ein Gewässer. Totholz im Wasser und an Land bietet Unterstände bzw. Unterschlupf, ist Lebensraum für Insekten und andere Mikroorganismen, und somit Nahrungsgrundlage für viele Tiere in der Nahrungskette (Kap. 3). Gleichzeitig strukturiert Totholz die Gewässer (Strömungsdynamik). Im Vergleich zu natürlichen Gewässersystemen sind unsere Fliessgewässer bezüglich Totholzes regelrecht ausgeräumt und “tot”. Es ist deshalb äusserst wichtig, dass umgefallene Bäume nach Möglichkeit im Wasser bleiben können und geschnittene Äste zu Haufen angelegt werden – selbstverständlich ausserhalb des Hochwasserbereichs! Umgefallene oder gefällte Bäume können angebunden werden, sofern dies aus Hochwasserschutzgründen erforderlich ist. Die Verwendung natürlicher Materialien zum Anbinden wird empfohlen, obwohl die Dauerhaftigkeit sehr beschränkt ist (Kap. 8). Totholzstrukturen zersetzen sich relativ schnell. Grosse Strukturen (Wurzelstöcke) und dauerhaftere Hölzer sind deshalb bevorzugt zu verwenden (Kap. 8). Weiter sollte Holz sollte nicht in kleine Stücke zerlegt werden, da diese mobiler und ökologisch weniger effektiv sind. Abbildung 24 Links: Der Biber hilft bei der Bereitstellung von Totholz mit. Muss ein solcher Baum entfernt werden? (Obersiggingerbach, Untersiggenthal. Foto: P. Sieber). Rechts: Mit Sisalseil angebundene Bäume in der Limmat. Bei starker Strömung reissen solche Seile nach wenigen Jahren. Grosse Bäume (im Verhältnis zur Fluss- oder Bachgrösse) werden nicht abgeschwemmt, sofern sie ausreichend auf der Böschung aufliegen oder zwischen Ufergehölzen verkeilt sind. Eine weitere Möglichkeit ist ein Knickschnitt, bei dem der Baum nicht vollständig durchtrennt wird und nur abknickt (funktioniert eher bei kleineren Bäumen). (Limmat, Nussbaumen. Foto: P. Sieber)

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