Wasser Agenda 21 / Strukturierungsmassnahmen

Version 2026 Flussbauliche Anwendung Für Gewässertypen bis zu einem Gefälle von ca. 2% geeignet. I. d. R. ab Sohlen- breiten > 1m und bei geringen Sohlenlagenschwankungen (Verlandungs- gefahr und Wirkungsverlust). Dieser Bautyp schafft weitreichende Strömungs- und Strukturvielfalt und ist zudem für einen naturnahen Uferschutz geeignet. Ökologische Ziele • Rückzugs-/ (Winter-) Habitate (Kolke). • Habitate für kiesliebende aquatische Lebewesen. • Habitate für strömungsliebende Lebewesen. • Habitate für an Stillwasserbereiche angepasste Lebewesen. Charakterisierung des Bautyps Eine Lenkbuhne ist eine bereits bei Niederwasser überströmte Buhne, die i. d. R. über mindestens die Hälfte der Gewässersohlenbreite reicht. Bei grösseren Abflüssen induziert sie eine Spiralströmung mit Längsachse in Fliessrichtung. Dadurch werden die Geschwindigkeitsverteilung und der Geschiebetransport beeinflusst und die Hauptströmung prognostizierbar gelenkt. Lenkbuhnen können auch für den Uferschutz eingesetzt werden, z. B. anstelle eines harten Längsverbaus, häufig kombiniert mit ingenieurbiologischen Massnahmen. Die Lenkbuhne wird aus Blocksteinen erstellt, die zu mindestens 2/3 ihrer Höhe in die Sohle eingebunden werden. Im Bereich der Gerinnemitte wird ihre Oberkante auf die mittlere Projektsohlenkote eingebaut. Der Buhnen- riegel wird im Verband gesetzt und bei kleineren Gewässern am Ufer durch einen tiefer gesetzten Kolkschutzstein zusätzlich stabilisiert. Bei grossen Gewässern/ Wassertiefen (z. B. Kurvenkolk) kann ein mehrlagiger Aufbau notwendig werden. Varianten: • Inklinante Lenkbuhne: Lenkt Strömung vom Ufer weg in die Gewässermitte. • Deklinante Lenkbuhne: Verstärkt die Kolkbildung auf der eigenen Uferseite, d. h. es entsteht ein ufernaher Kolk. • Kombination deklinanter und inklinanter Anordnung. • Einseitige Anordnung (z. B. Buhnengruppe entlang eines Prallufers) • Beidseitige Anordnung: wechselseitig versetzt oder gegenüberliegend (siehe BTB C-02). • Kreativität ist gefragt, beispielsweise bogen- oder hakenförmig. • Variante Materialisierung: Lenkbuhnen aus Pfahlreihen (siehe BTB B-02). Bauvorgang 1. Die Steine werden vom Ufer aus in die Sohle eingebaut (Bau von der Buhnenwurzel zum Buhnenkopf). 2. Je nach Tragfähigkeit des Untergrunds ist eine Filterschicht einzubauen (Materialersatz zur Vermeidung von Setzungen). 3. Einbau der Blocksteine für die Uferanbindung. Wiedereinbau des Aushubs. Bei Bedarf Stabilisierung der Ufer im Bereich der Anbindung (Ingenieurbiologie). 4. Aushubarbeiten für den Kolkschutzstein am Ufer / Setzen des Kolkschutzsteins. 5. Setzen des eigentlichen Buhnenriegels kraftschlü ssig an den Kolkschutzstein. 6. Kolkschutzsteine versetzt zur Hauptriegelreihe anordnen. Unterhalt und Pflege Kein Unterhalt/Pflege notwendig. Naturdynamik erwünscht (Kap. 11). Lebenszyklus-Betrachtung der Struktur Sehr hohe Lebensdauer, abhängig von Abrasion durch Geschiebetransport, höhere Lebensdauer bei abrasionsbeständigen und frostsicheren Blocksteinen (z. B. Granit, Alpenkalk). Blocksteine • Formwild, annähernd quaderförmig. Filtermaterial • Materialersatz zur Vermeidung von Setzungen (je Siebkurve Untergrund). Holz • Wurzelstämme, Astmaterial, bewurzelte standortgerechte Gehölze/ausschlagfähige Weiden und Schwarzerlen zur Ergänzung der Uferanbindung. Baumaterialien Lenkbuhnen Komplexe Steinstrukturen C-01

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