5 Nur Mut. Vorwärts. Ohne Angst. Sr. Nadja Bühlmann, Baldegg Hoffen und Bangen mit Blick auf die Zukunft unserer Ordensgemeinschaft? Sicher, die alternde und kleiner werdende Gemeinschaft ist eine grosse Herausforderung, aber bangen? Ich habe einigen noch «jüngeren» Schwestern unserer Ordensgemeinschaft diese Frage gestellt. Was wird sein, wenn ihr, die ihr jetzt die Gemeinschaft aktiv mitgestaltet und mitträgt, auch achtzig seid, eure Kräfte auch nachlassen? Das beschäftigt diese Schwestern. Das viele Ungewisse ängstigt oder bereitet ihnen hie und da bange Stunden. Doch allen ist bewusst: die Zukunft ist für alle Menschen ungewiss, nicht nur für uns Ordensfrauen. Es tut gut, sich zu erinnern, dass es auch in der Vergangenheit grosse Herausforderungen für unsere Ordensgemeinschaft gab. Denken wir beispielsweise an die dreimalige Aufhebung des Klosters durch die Kantonsregierung im 19. Jahrhundert oder an die schwierigen Kriegsjahre. Auch das Aufgeben verschiedener Werke war mit Sorgen verbunden. Doch durften die Schwestern im Nachhinein jeweils feststellen, dass es gut oder richtig war, so wie es geworden ist. Als Schwestern von der göttlichen Vorsehung vertrauen wir darauf, dass Gott uns weiterhin leitet. Gott bestimmt unser Leben und weiss, was wir brauchen. Das bedeutet nicht, untätig abzuwarten, im Gegenteil. Es gilt die Herausforderungen anzupacken, entsprechend zu planen und Veränderungen vorzunehmen. Herausforderungen bieten die Chance zum kritischen Hinterfragen des alltäglich Gewordenen und die Möglichkeit zu Veränderungen. Das kann Kräfte freisetzen. Wir müssen offen und wachsam sein, aber auch zu unseren Grenzen stehen und Unvermögen zugeben. Das Vertrauen auf Gottes Wort, auf seine Zusage «fürchte dich nicht, ich bin mit dir» (Jesaja 41,10), wirkt entlastend. Zu wissen, dass ER unsere Ordensgemeinschaft auch in der Vergangenheit nie im Stich gelassen hat, stärkt die Hoffnung. Äussere Sorgen der Gemeinschaft dürfen unseren Auftrag nicht überlagern. Jede Einzelne hat unter anderem den Auftrag, Licht in die Gemeinschaft, in die Welt zu tragen. Die Freude an der Berufung bewirkt Hoffnung und schenkt Kraft für den Alltag. Herausforderungen mindern nicht die Freude an der Berufung. Immer wichtiger werden die Vernetzung und der Austausch der verschiedenen Ordensgemeinschaften untereinander. Eine gute Vernetzung hilft, den Herausforderungen, die jede Gemeinschaft hat, besser zu begegnen und sie zu meistern. Es werden Formen gesucht, wie immer mehr Laien als Mitarbeitende in Aufgaben und Funktionen hineinwachsen können. Eine Schwester sagt es so: «Wir wissen nicht was uns die Zukunft bringt. Dies weiss nur Gott und das genügt mir. Jede von uns hat ihre eigene Geschichte mit diesem Gott. Und jede Geschichte bedeutet einen eigenen Weg und ein je eigenes Ende. Und jedes Ende macht Platz für eine neue Geschichte mit Gott – wie immer diese aussehen mag.» «Nur Mut, vorwärts, ohne Angst», rief Papst Franziskus den Gläubigen Georgiens anlässlich seines Besuches zu. Fünf Worte nur, sie wirken wie eine Vitaminspritze für die Herausforderungen unserer Tage.
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