3 Liebe Leserin, lieber Leser Das Wörtchen ‹und› hat es in sich. Es steht für ein Grundgefühl von uns Menschen: Wir möchten alles erleben und nichts erleiden, das Teilchen und das Ganze kennen, den Inhalt und das Gefäss besitzen. Diese Spannung macht das neue BaldeggerJournal richtig spannend! Seit Kindsbeinen hockt uns ja der Imperativ im Nacken: Tu das! Lass das! Anstrengend wird es, wenn sich ein ‹und› dazwischen schiebt. Fine Tuning nennt man das neudeutsch, sorgfältiges Ausbalancieren. Dies gehört zur täglichen Mühe einer Nationalrätin. Darüber mehr im Mailgespräch auf Seite 14. Übrigens taten sich unsere Autorinnen und Autoren nicht leicht mit dem gestellten Thema. Umso mehr hoffen wir, dass die Lektüre nun zu einem sommerlichen Vergnügen wird. Eingeladen werden Sie zur sportlichen E-Bike-Fahrt. Erst das Zusammenspiel der eigenen Kräfte und der gespeicherten Energie, so sagt Sr. Karin, bringt uns vorwärts, auch im Glauben. Wann ist es Zeit für das Tun, wann für das Lassen? Sr. Renata formuliert dafür ein Gebet. Das kann man auswendig lernen. In den Ferien soll man alles ein wenig anders tun, rät Sr. Beatrice. Warum nicht ein Gebet auswendig lernen, damit es inwendig bleibt? Alles anders – das war die Erfahrung der Schwestern im Missionseinsatz. Sr. Boriska schreibt darüber. 100 Jahre sind es, dass die ersten Schwestern nach Tanzania reisten. Können wir auch heute mithelfen, Gutes zu tun, so wie sie? Zwei engagierte Menschen laden dazu ein. Mehr darüber auf Seite 7. Dabei ist zu bedenken: bereits zur Zeit Jesu war es nicht einfach, Geld loszulassen. Sr. Katja befasst sich mit dem Jünger, der das ewige Leben gewinnen möchte, aber nicht alles loslassen konnte. In seinem Zivildienst erlebt Jonas Glur auf der Pflegeabteilung unseres Klosters hautnah, was loslassen bedeutet. Er sagt es so: Die ganze Freiheit und Stärke liegt darin, einmal alles sein zu lassen. Was hilft auf diesem Weg? Gelassenheit, meint P. Ziegler SJ. Gelassenheit öffne den Blick für das grosse Ganze. Ein anderer Vorschlag wäre täglich zu fragen: «Was willst du, Herr, dass ich tun soll?» Franziskus machte es so. Lieber Leser, liebe Leserin Sollte die Antwort nicht vom Himmel fallen, dann tun Sie, wozu Franziskus ermunterte: «Brüder und Schwestern, solange wir Zeit haben, lasst uns Gutes tun.» Erholsame Ferientage für Sie alle! Herzlich Ihre Baldegger Schwestern Inhalt Editorial Vom Tun und Lassen 4 Einmal anders Sr. Beatrice Kohler, Hertenstein 5 Das Tun unda Lassen unterwegs Sr. Karin Zurbriggen, Baldegg 6 Voller Tatendrang! – Und dann? Sr. Boriska Winiger, Baldegg 7 Gutes tun Dr. Philippe Saner, Paul Reinhart AG 8 SeinLassen Jonas Glur, Meggen 9 Mein Leben ausrichten Sr. Katja Müller, Baldegg 10 Tun und lassen – Wege zur Gelassenheit Dr. P. Albert Ziegler SJ, Zürich 12 Franziskanische Inputs «Was willst du, Herr, das ich tun soll?» Sr. Nadja Bühlmann, Baldegg 13 Psalmen Rhythmus der Gnade Sr. Renata Geiger, Baldegg 14 Zwei Meinungen – ein Thema Was tun, was lassen in schwieriger Zeit? Von Schreibtisch zu Schreibtisch: Sr. Hildegard Willi und Priska Wismer-Felder 16 ZweiMinutenPredigt Sr. Thea Rogger, Baldegg 17 Glauben & Beten mit Sr. Annelis Kurmann, Hertenstein 18 Übrigens 19 Zwei Bilder – ein Leben Sr. Josefata Schürmann könnte ein Buch schreiben
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