3 Liebe Leserin, lieber Leser «Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.» Diese Mahnung am Aschermittwoch lässt mich jedes Jahr erschauern. Und doch hätte dieser Gedanke – gerade in den letzten Monaten der weltweiten Pandemie – heilsamen Charakter. Nachdenken nimmt vielem den Sprengstoff. Plötzlich bin ich dankbar für das, was noch ist: Gesundheit, Familie, Auskommen, Friede. Prof. Dr. Blank stellt Fragen, die einen Bogen vom Aschermittwoch zu Weihnachten schlagen und zum Nachdenken anregen: Warum kommt Gottes Sohn als hilfloses Kind und nicht als gewaltiger Feldherr zu uns? Macht kann man verehren, fürchten oder respektieren, aber lieben kann man sie nicht, so schreibt er. Gott aber will geliebt werden von den Menschen, wie ein Kind. Dieses überlegende Denken führt zum herzlichen Danken. Das ist das Fazit von P. Dr. Ziegler: Denken und danken geht über die Sinne: Augen auf! Verstand einschalten! Vergelt’s Gott sagen! Und zwar von Herzen. Dass man schon für ein Wursträdli danken soll, lernte Sr. Renata als Kind. Für sie war das Wursträdli damals wohl ein grösseres Bedürfnis als das Danke sagen. Heute ist sie jedoch überzeugt: Danken und Loben sind menschliche Grundbedürfnisse, sie gehören zum Menschsein. Ob wir Gott je so zu loben verstehen, wie der heilige Franziskus es konnte? Wohl kaum. Sr. Nadja will von ihm wissen, wie man Misshandlungen und Grausamkeiten ertragen und dafür Gott danken kann. Einfache und doch berührende Beispiele der Dankbarkeit finden Sie auf Seite 5. Das Interview zum neuen Buch über die Baldegger Schwestern in Papua Neuguinea regt zum Denken und Danken an. Wer jedoch eine knifflige Denksportaufgabe sucht, mache sich auf Seite 8 ans Knobeln. Und wer Diskussionen vorzieht, dem sei das Schreibtischgespräch wärmstens empfohlen. Sogar bei der Eucharistie braucht der Mensch das Denken nicht abzuschalten, schreibt Br. Wilhelm; sie ist auch eine Dankfeier, ein Echo auf eine empfangene Gabe. Lieber Leser, liebe Leserin Wir freuen uns, wenn Sie nun etwas Nahrung zum Nachdenken gefunden haben. Nachdenken bringt Sie vorwärts. Auch im neuen Jahr. Dazu wünschen wir Ihnen von Herzen Gottes Segen! Und noch etwas: Weihnachten sagt uns auch, dass wir keine Angst davor haben müssen, zum Staub zurückzukehren! Herzlich Ihre Baldegger Schwestern Inhalt Editorial Vom Denken und Danken 4 Eucharistie – «Lasset uns danken…» Br. Wilhelm Germann OFMCap., Baldegg 5 Mein Leben dankt Sr. Boriska Winiger, Baldegg 6 Was es beim Denken an den Tod an Weihnachten zu danken gibt Prof. Dr. Renold Blank, Zofingen 8 Denksport Marianne Erne, Staufen 9 Schwestern fern der Heimat Sr. Beatrice Kohler, Hertenstein 10 Vom überlegten Denken zum herzlichen Danken Dr. P. Albert Ziegler SJ, Zürich 12 Franziskanische Inputs Ohne uns zu beklagen, Gott danken Sr. Nadja Bühlmann, Baldegg 13 Psalmen «Wie seit mer?» Sr. Renata Geiger, Baldegg 14 Zwei Meinungen – ein Thema Denken und danken – typisch Mensch? Von Schreibtisch zu Schreibtisch: Sr. Hildegard Willi und Peter Lohri 16 ZweiMinutenPredigt Sr. Beatrice Kohler, Baldegg 17 Glauben & Beten mit Sr. Silja Richle, Baldegg 18 Übrigens 19 Zwei Bilder – ein Leben Sr. Cassia Müller verwaltet die Klosterkasse
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