baldeggerjournal

3 Was machst du, fragt Gott Herr, sag ich, es regnet, was soll man tun Und seine antwort wächst grün durch alle fenster Mir stockte fast der Atem beim Lesen. Einfacher sagen, was ‹drinnen und draussen› geschieht, geht nicht. Reiner Kunze nennt sein Gedicht «Zuflucht noch hinter der Zuflucht». Liebe Leserin, lieber Leser, unsere Autorinnen und Autoren haben ebenfalls spannende Texte für Sie verfasst. Sie brauchten dafür zwar mehr Worte als Reiner Kunze, doch die Lektüre lohnt sich. Das geschieht mit Bildern, so wie sich Bischof Felix ansprechen liess vom Bild des offenen Stalls von Bethlehem. Sr. Karin inspirierte ein geschnitztes Stück Olivenholz, bearbeitet von einem einfachen Handwerker in Palästina. Ein kleines Kunstwerk, in das er auch die innere Sehnsucht und die äussere Spannung kriegsgeplagter Menschen im Nahen Osten einarbeitete. Sr. Renata lässt uns diesen Spannungsbogen durch die Musik erleben. J.S. Bachs ergreifende Melodie führt von aussen nach innen, aus der Kälte in die Wärme des Herzens. Nicht immer ist das eigene Herz warm und friedvoll. Franziskus, so schreibt Sr. Nadja, habe Wert darauf gelegt, dass seine Brüder und Schwestern zuerst den Frieden drinnen, im eigenen Herzen suchen, bevor sie ihn draussen verkünden. Über die radikale Haltung von Franziskus hat David Keller schon oft nachgedacht, auch über uns und unsere einheimischen Schwestern in Tanzania. Spannend darum seine Überlegung, der Schweiz täte ein bisschen weniger ‹Gefängnis› und ein wenig mehr ‹Kloster› gut. Dass Menschen um sich ein Gefängnis aufbauen können, zeigt die Erzählung von Vera, einer freiwilligen Mitarbeiterin von Sr. Madeleine in Sarajevo. Da brauchte es ein langsames Auftauen des kalt gewordenen Herzens. Womit wir beim Wetter gelandet sind: Wärme, Kälte, Regen und Nebel sind Begriffe, die Thomas Bucheli jahrelang bei SRF Meteo erläuterte. Der Seetaler hat sich mit Sr. Hildegard u. a. über die Einflüsse des Wetters auf unser Innen und Aussen unterhalten. Was aber, wenn nicht das Wetter schuld ist am nagenden Gefühl, ausgeschlossen zu sein? Prof. Dr. Blank gibt dazu Impulse aus psychologischtheologischer Sicht. Und schliesslich stellen wir Ihnen Sr. Lorena und Sr. Damiana vor. Sie haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind miteinander ins Kloster eingetreten und beide brachten einen unverkennbaren Dialekt mit. Lieber Leser, liebe Leserin Wir wünschen Ihnen ein beglückendes Weihnachtsfest, drinnen und draussen. Herzlich grüssen Sie Ihre Baldegger Schwestern Inhalt Editorial Vom Draussen und Drinnen 4 Wie Innen so Aussen – Wie Aussen so Innen Von Schreibtisch zu Schreibtisch: Sr. Hildegard Willi und Thomas Bucheli 6 Psalmen Draussen und Drinnen – Sehnsucht nach Heimat Sr. Renata Geiger 7 Drinnen herrscht Friede – draussen ist die Welt unruhig Sr. Karin Zurbriggen 8 Ausgegrenzt mitten unter uns Sr. Madeleine Schildknecht, Vera Livaj 9 Psychologisch-theologische Impulse zur Lebensbewältigung Ich fühle mich immer wieder ausgeschlossen. Was kann ich tun? Prof. Dr. Christiane Blank 10 Zuflucht noch hinter der Zuflucht Gedicht von Reiner Kunze 11 Keller’s Reisen Die Schweiz als Kloster David Keller 14 Cantate domino Von aussen betrachtet, nach innen gedeutet Sr. Renata Geiger 15 Der offene Stall zu Bethlehem Bischof Dr. Felix Gmür 16 Franziskanische Inputs Lieber Bruder Franziskus Sr. Nadja Bühlmann 17 Glauben & Beten mit Sr. Lorena Jenal 18 übrigens ... 19 Zwei Bilder – ein Leben Sr. Damiana Bösch ist eine Diepoldsauerin

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