baldeggerjournal

Impressum BaldeggerJournal Nr. 24/2013, zweimal jährlich Herausgeberin Kloster Baldegg, CH-6283 Baldegg, T. 041 914 18 00 e-Mail info@klosterbaldegg.ch Homepage www.klosterbaldegg.ch Redaktion Sr. Marie-Ruth Ziegler Grafik grafik.container gmbh, Luzern Druck SWS Medien AG Print, Seetal Copyright bei BaldeggerJournal Lektorat Sr. Pascale Assey Fotos Regula Lüchinger, Den Haag, S. 2, 8, 11 Sr. Romana Pfefferli, Amden: S. 13, 15 Sr. Karin Zurbriggen, Baldegg: S.12 Sr. Chiara Francesca Pico, Bourguillon, S. 14 Sr. Marie-Ruth Ziegler, Baldegg: S. 4–7,16,17 Von privater Seite 5, 10, 14 Postcheck-Konto Verein Kloster Baldegg, 6283 Baldegg; PC 60-984-8, Vermerk: BaldeggerJournal Sr. Waltraud: Etwas lesen bringt mich sehr schnell auf bessere Gedanken. Manchmal denke ich einfach «Blasius». Sr. Cassia: Wenn mich eine Begebenheit aufregt und das Jammern sich einstellen möchte, dann hilft mir Schillers «Wilhelm Tell» weiter mit dem Ausruf: «Schau vorwärts, Werner, und nicht hinter dich!» Sr. Pia: Wenn im Garten das Unkraut üppig wächst, denke ich mir, die Blumen überragen bald das ungeliebte «Beikraut», und ich beginne zu jäten. Sr. Maria-Paula: Ich will nicht jammern, wenn sich bei mir mit 85 Jahren Altersbeschwerden melden, denn ich bin dankbar, dass diese nicht schon früher kamen. Wenn ich jammern möchte, weil die Wasserleitung zu meinem Zimmer wieder kein warmes Wasser spendet, dann denke ich an die vielen Frauen, die das Wasser für ihren Haushalt in grosser Entfernung holen. Und dazu erst noch Schlangestehen müssen in der Tropensonne. Und wenn Forum ich jammern und schimpfen höre über die sogenannten «Abzocker», dann denke ich als «Aufsteller» an meine eigenen Afrikaerfahrungen und die grossartige und langjährige Unterstützung, die wir beispielsweise von der Novartis erhalten haben für Schulen, Pflegefach- und Ärzteausbildung, kostenfreie Medikamentenausgabe, Hausbauten für Obdachlose und Behinderte oder Wasserprojekte. Sr. Angelika: Erstens: Ich jammere nie, aber ich schimpfe ab und zu! Meine Eltern haben nie gejammert, also habe ich es nicht gelernt. Wenn meine ältere Schwester jammerte, haben wir bloss gelacht. Zweitens: Mir geht es sehr gut, denn ich bin nicht im Krieg, bin keine Asylantin und bin nicht auf der Flucht! Drittens: Gott sei Lob und Dank für jedes kleinste Ding, das mir das Leben erleichtert! Sr. Petronilla: Ich sage mir immer: «Du bist deines Glückes Schmid». Damit korrigiere ich meinen Kurs, wenn ich auf die negative Bahn zugehe. Auf dieser Seite haben jeweils unsere Leserinnen und Leser das Wort. Durch ein Missgeschick sind die eingegangenen Wortmeldungen spurlos verschwunden. Nun springen einige Schwestern in die Lücke und verraten, wie sie die eigenen Jammergedanken stoppen. Jammerstopper Sr. Silvianne: Wenn ich jammere, mache ich das Problem oder die Not noch grösser, weil ich nicht mehr objektiv bin. Ich habe schon erfahren, wenn ich über etwas jammere, distanziert sich die Mitschwester, weil sie ja doch nicht helfen kann. So denke ich jeweils: «Morgen sieht alles anders aus.» Sr. Helena: Bei den kleinen Unstimmigkeiten des Alltags kommen mir immer wieder Aussagen in den Sinn, die ich im Laufe meines Lebens irgendwo gehört oder gelesen habe und die mir dann helfen, die Dinge etwas lockerer zu nehmen. Zum Beispiel: «Moritz, reg‘ dich nicht auf!» Sr. Imelda: Ich habe erfahren, dass einem durch Jammern Kräfte genommen, ja, regelrecht «gestohlen» werden. Daher wende ich mich gerne all jenem zu, das Kraft schenkt und belebt. Sr. Dominik: Wenn ich aufgrund meiner gesundheitlichen Situation mühsam meinen Arbeitsweg in die Klosterherberge gehe und die energiegeladenen «WalkingFrauen» an mir vorbeiflitzen, dann könnte ich jammern. In Gedanken nehme ich dann eine SBB-Tageskarte und reise ins Wallis. Dort besuche ich all die lieben Menschen im Heim St. Josef in Susten, wo ich viele Jahre leben durfte. Wenn ich an meinem Arbeitsort ankomme, habe ich die «Stockenten» längst vergessen und bin dankbar, dass ich noch gehen kann.

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