baldeggerjournal

15 Glauben & Beten Wer lehrte dich glauben? Meine Eltern. Und ich konnte auf dem Fundament «weiterbauen» durch gute Menschen. Mein Glaube hat durch sie an Tiefe und Weite gewonnen. Ich habe Freude am Glaubensweg bekommen. Welche Farbe hat dein Glaube? Er gleicht dem Regenbogen. Die Intensität und die Symbolik der Farben wecken Lebensfreude und sagen: GOTT IST DA. Auch wenn der Regenbogen nicht immer sichtbar ist, zeigen sich seine Farben in der Natur und bei den Menschen. Was bedeutet glauben? Vertrauen, hoffen, lieben. Glauben birgt eine Lebendigkeit in sich, die mir hilft zu sehen, was ich noch nicht sehen kann. Wer ist Gott für dich? Gott ist mein DU, dem ich alles sagen, dem ich mein Herz öffnen und meine Seele hinhalten darf. Eine konkrete Erfahrung der Vorsehung Gottes in deinem Leben? Das Leben ist voller Überraschungen, die sich in Freude, Schmerz oder Trauer zeigen. Im Glauben und Vertrauen auf Gott darf ich Gottes Vorsehung jeden Tag erfahren. Gibt es auch Zweifel? O ja, Zweifel sind wie Steine, die wegWarum bist du ins Kloster eingetreten? Ich wusste mich berufen und gerufen. Die Lebensweise und die franziskanische Spiritualität der Schwestern von Baldegg haben mich bewogen, mit ihnen auf dem Weg der Nachfolge Jesu zu gehen. Wo bist du daheim? Dort wo ich verstanden und ernst genommen werde. In der Gemeinschaft, bei Begegnungen mit lieben Menschen, in der Natur und letztlich bei Gott. Ein Erlebnis aus der Kinder- oder Jugendzeit, das dich prägte? Unsere Familie machte jedes Jahr nach dem «Heuet» einen Besuch bei der Klostertante im kontemplativen Orden der Benediktinerinnen in St. Gallenberg. Dieser Ort hat mich fasziniert, und die Fröhlichkeit der Schwestern gefiel mir. Die Schwestern haben mich immer beeindruckt. Sie haben sicher für mich gebetet, dass ich den Weg in der Nachfolge Jesu finde. Wer ist dir Vorbild? Natürlich die heilige Gertrud, meine Namenspatronin. Sie hat die Beziehung zu Gott, Kirche und Welt in eindrücklicher Weise gelebt und gepflegt. Auch Menschen, die Schönes, Edles und Zufriedenes ausstrahlen, sind mir Vorbild. Glauben & Beten gerollt werden müssen. Sie gehören zum Glaubensleben und halten meine Sehnsucht nach Gott wach. Wie betest du? Es heisst: Wenn du betest, geh in deine Kammer und schliesse die Tür. Ich lasse also alles draussen. Ich bin ganz bei Gott, rede und schweige mit Gott. Ich lache und weine vor Gott, weil er mich versteht. Ich bitte und vertraue Gott, der mir Liebe und Erbarmen schenkt. Wie zeigt sich der Einfluss von Franziskus in deinem Leben? Franziskus lehrt mich, die Einfachheit zu lieben, Gottes wunderbare Schöpfung zu ehren und als fröhlicher Mensch unterwegs zu sein. Welches Wort aus der Bibel oder welches Gebet begleitet dich durch das Leben? Die Verse aus dem Buch der Weisheit (9,9-11 ): «Herr, deine Weisheit sei bei mir und teile mit mir alle Mühe. Sie wird mich in ihrem Tun besonnen leiten und mich in ihrem Lichtglanz schützen.» Zwei Dinge, die du den Menschen sagen möchtest? Ich wünsche ihnen Glauben und Vertrauen auf Gottes liebende Vorsehung und ein offenes Herz, um die Weisheit Gottes im Mitmenschen zu entdecken. Schwester Gertrud Schmucki, 1951, aufgewachsen mit drei Brüdern in St. Gallenkappel. Nach dem Eintritt ins Kloster Baldegg 1970 Ausbildung zur Pflegerin. Anschliessend Einsätze in den Alters- und Pflegeheimen in Baldegg und Hochdorf. Seit 2006 ist Schwester Gertrud im Kur- und Ferienhaus Bergruh in Amden tätig.

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