baldeggerjournal

14 - - - - Original Message - - - - Von: S.E. Mons. Kurt Koch An: <sr.assumpta@klosterbaldegg.ch> Datum: 7. September 2012 um 21:13 Betreff: RE: Suche nach Einheit in der Weltkirche mail@klosterbaldegg.ch - - - - Original Message - - - - Betreff: Suche nach Einheit in der Weltkirche Von: Sr. Assumpta Hofstetter An: «S.E. Mons. Kurt Koch» <kkoch@christianunity.va> Gesendet: 11. Mai 2012 Kardinal Kurt Koch lebte von 1996 – 2010 als Bischof der Diözese Basel in Solothurn. 2010 wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und zum Kardinal erwählt. Seither lebt er in Rom. Sr. Assumpta Hofstetter war von 1992 – 2012 im bischöflichen Haushalt in Solothurn tätig. 1966 Klostereintritt. Heute betreut sie Gäste im Klosterkafi in der Klosterherberge und besorgt die Sakristei des Mutterhauses in Baldegg. mail@klosterbaldegg.ch Liebe Schwester Assumpta Auch ich erinnere mich gerne an die gemeinsame Zeit im Bischofshaus und an Ihren treuen Dienst. Bereits als Bischof stand ich im Dienst an der Einheit der Diözese Basel. Nun trage ich Verantwortung in der universalen Kirche und bin beauftragt, die verloren gegangene Einheit unter den Christen zu suchen, um auf diesem Weg die zwei grossen Kirchenspaltungen zu überwinden: die Spaltung zwischen Ost und West im 11. Jahrhundert und die Spaltung in der Westkirche im 16. Jahrhundert. Um dieses Ziel anzuvisieren, führen wir von Rom aus ökumenische Dialoge mit über zwanzig verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften. Das Zweite Vatikanische Konzil hat die Spaltung des einen Leibes Christi als «Ärgernis für die Welt» und als «Schaden für die heilige Sache der Verkündigung des Evangeliums» bezeichnet. Dieses Ärgernis muss überwunden werden, wie es dem Willen Jesu entspricht. Er hat darum gebetet, dass «alle eins sein sollen». Wie Jesus den Jüngern die Einheit nicht befohlen, sondern um sie gebetet hat, so ist auch das Gebet um die Einheit der Christen das entscheidende Vorzeichen aller ökumenischen Bemühungen. Denn wir können die Einheit nicht machen und auch nicht über ihren Zeitpunkt befinden, sondern sie nur als Geschenk empfangen. An uns aber liegt es, in Leidenschaft um die Einheit zu ringen: in den ökumenischen Dialogen, im gemeinsamen Zeugnis des Glaubens und im Einstehen füreinander im Alltag. Ich bin Ihnen deshalb für Ihr Gebet dankbar und bleibe auch Ihnen im Gebet verbunden Ihr Kurt Card. Koch Lieber Herr Kardinal Kurt Wenn ich in der Presse von Ihnen lese, so denke ich gerne zurück an unsere gemeinsamen Jahre im Bischofshaus in Solothurn. Die Arbeit im bischöflichen Haushalt war für mich immer mehr als Putzen und Waschen, Servieren und Aufräumen. Ich verstand sie als meinen konkreten Dienst am Bistum, an der Kirche. Nun sind Sie in Rom für die grosse Weltkirche im Einsatz als Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Wie muss ich mir dieses «Suchen nach Einheit» konkret vorstellen? Was genau suchen Sie – und was finden Sie? Darüber von Ihnen zu lesen würde mich freuen. Und vergessen Sie nicht, ich bete weiterhin jeden Tag für Sie! Herzlich, Sr. Assumpta

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