Bildungshaus Stella Matutina Das Mass hält Welt und Mensch 2 Sr. Hildegard Willi, Hertenstein Klosterherberge Die Klosterherberge hat uns gefunden 4 Interview mit Gabriele und Sesto G. Castagnoli, Baldegg Mass halten und Frieden finden 6 Sr. Rahel Künzli, Baldegg Unsere Jüngste ist die Kleinste 7 Sr. Marie-Ruth Ziegler, Baldegg Bourguillon Szenenwechsel 8 Sr. Marie-Ruth Ziegler, Baldegg Kloster Baldegg Benedikt – Mann des Masses 10 Sr. Simone Buchs, Cham Franziskus – ein massloser Mensch? 11 Sr. Renata Geiger, Baldegg Gott ist ohne Mass 12 Sr. Karin Zurbriggen, Baldegg Massgeschneidert 13 Sr. Kerstin Rast, Baldegg mail@klosterbaldegg.ch 14 Elisabeth Masafumi Suzuki an Sr. Imelda Kaufmann Glauben & Beten 15 mit Sr. Maria-Lena Kamber Übrigens 16 jobs@klosterbaldegg.ch 17 Jasmin Habermacher macht das Hobby zum Beruf Liebe Leserin, lieber Leser Einst gehörte die Rede von der Mässigung auf die Kanzel. Heute predigen uns Politiker und Umweltbeauftragte, Finanzexperten und Medienschaffende das Masshalten. Sie drohen mit düsteren Untergangsszenarien. Die einstigen Höllenpredigten wirken da geradezu harmlos. Zugegeben, früher war halt alles ein bisschen einfacher. Das Zuwenig an materiellen Dingen spürten die Kirchgänger an allen Ecken und Enden. Vom Zuviel träumten sie nur. Es war die Sehnsucht nach allem, was das Leben schöner, leichter und lustvoller machte. So vertröstete man aufs Jenseits. Im Himmel werde uns einst alles im Übermass geschenkt. Nur – solange warten mochte man dann doch nicht. Jetzt lauert das Übermass an Bedrohlichem vor der Tür. Es kann den Schlaf rauben. Unser Journal will Sie weder ängstigen noch vertrösten. Es spricht vom Alltag und davon, dass in ihm das Glück zu finden ist. Dann nämlich, wenn das Zuviel und das Zuwenig uns nicht beherrschen. Weder das erdrückende Konsumangebot, die masslose Prüfungsangst, die Körperlänge, noch ein massgeschneidertes Kleid. Dass das «Weniger» in einer Welt des «Immer-mehr» befreiend ist, erlebt das Ehepaar Castagnoli, sie erzählen davon auf Seite 4. Aber auch von der Masslosigkeit berichtet das Journal und davon, dass sie ebenso zum Lieben und Leben gehört wie das Masshalten. Der hl. Benedikt und der hl. Franziskus werden daraufhin geprüft. Ebenso der berühmte Extremsportler Didier Berthod. Heute beurteilt er seine frühere Kletterei als masslose Suche nach dem eigenen Weg. Nun sitzt er hinter theologischen Büchern und nimmt Jesus zum Massstab. Auf Seite 12 folgt dann die uns erlösende Botschaft: «Gott ist ohne Mass.» Lieber Leser, liebe Leserin Als Michelangelo gefragt wurde, wie ihm das glanzvolle Kunstwerk seines David gelungen sei, antwortete er: «Ich habe nur das Zuviel an Marmor weggenommen.» Wir wünschen von Herzen, dass Ihnen das Kunstwerk Ihres eigenen Alltags gelingt. Auch da gilt: Weg mit dem Zuviel an Überdruss, an Angst und Sorge. Und nicht vergessen: Ein Übermass an Glückseligkeit wartet noch immer im Himmel auf uns! Herzlich grüssen Sie Ihre Baldegger Schwestern Inhalt Vom Masshalten ... Editorial
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