baldeggerjournal

9 Ich will dich trösten. Ich bringe dir Trost und Fülle. Nicht in ferner Zukunft, sondern jetzt. Dazu bin ich gekommen. Ich bin Gottes Trost für dich. Wann kommst du Trost der ganzen Welt? Wann machst du unsere Armut reich? Wann hat ein Ende unsere Not und weicht dem Frieden und dem Glück? Auch wenn die Weihnachtstage vorbei sein werden, wenn Frühjahr und Sommer, wenn Herbst und Winter unsern Blauglockenbaum immer wieder neu einkleiden, bleibt für mich unwandelbar wahr: Im kleinen Kind ist mir Gottes grosser Trost geschenkt. Einmal die Wüste sehen, hören, riechen, unter den Füssen erspüren, das war ein Traum, den ich oft träumte. Die Skulptur des Säuglings gehört zum Kunstwerk «Lebenstreppe», das Sr. Caritas Müller, Dominikanerin aus Cazis, für das Kloster Baldegg geschaffen hat. Die lebensgrossen Figuren sind in den Aussenräumen der Klosterherberge in Baldegg angeordnet. Der Säugling veranschaulicht die erste der sieben Lebensstufen. himmlischen Vaters angekommen. Wortlos ruft der kleine bronzene Säugling mir und allen, die sie hören wollen, seine weihnächtliche Botschaft zu: Seit jener Nacht in Bethlehem sind die Tage der Verzweiflung vorbei, Trauer und Not sind zu Ende. Vorüber Enttäuschung und Kummer. Ich selber bin deine Hoffnung. Ich bin deine Kraft in der Kraftlosigkeit und die Fülle in der Entbehrung. So mache ich deine Armut reich. Deine Tränen trockne ich selber, und deine Hand nehme ich in die meine. Ich gehe den nächsten Schritt mit dir. Schutz und Heimat kann ich dir sein.

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