baldeggerjournal

11 etwas: Thomas von Aquin empfiehlt in trostlosen Situationen ein warmes Bad! Sr. Angelika Ein Trost für mich ist ein Gang durch die Natur. Im Schreiten bekomme ich Klarheit über Verletzungen und meine Traurigkeit. Ich kann meine Gefühle beruhigen und bekomme neue Impulse. Sr. Marianne Das Vorhandensein der Solidarität in unserer schwierigen Zeit, sowohl unter den Menschen draussen als auch im Kloster schenkt mir Trost. Mit meinen fast hundert Lebensjahren ist mir die Radioübertragung der Gottesdienste in mein Pflegezimmer ein grosser Trost. Sr. Martha-Maria Trost schenkt mir eine wunderschöne Liturgie, wo Leib und Seele, Geist und Herz mitschwingen und mir ein Stück Himmel offenbaren, wo ich Einheit und Frieden mit Gott und den Mitfeiernden verspüren darf. Das gibt mir Freude und Kraft in den Alltag. Sr. Lukas Mir schenkt Trost, dass Menschen trotz Leid und Ungerechtigkeiten, Katastrophen und Kriegen immer wieder den Weg zum Guten finden, einander solidarisch helfen und mutig den Schritt in die Zukunft wagen. Sr. Rita-Maria Als meine Mutter schwer krank im Sterben lag, kam am Abend eine Bekannte und sagte zu mir, sie werde bei meiner Mutter wachen. Für mich sei der Tag anstrengend genug gewesen und der folgende würde es bestimmt auch. Diese aufmerksame Bereitschaft tröstete mich sehr. Als ich frühmorgens zur Mutter kam, realisierten wir, dass sie in den letzten Zügen lag. Zusammen sangen wir das Lied «Mein Herr und mein Gott». Während des Singens starb meine Mutter, und ich glaube sogar, dass sie noch mitsang! Es war für mich ein unendlicher Trost und eine Gnade, dass ich beim Sterben meiner guten Mutter dabei sein durfte. Sr. Erna-Maria In meinem Leben habe ich wenig Misserfolg und Enttäuschung erfahren. Dennoch erinnere ich mich an Trost-Erfahrungen in meinen Missionseinsätzen in Tanzania und Indonesien. Bei schulischen Misserfolgen bei Examen unserer internationalen St. Joseph’s School in Dar es Salaam konnten wir im Lehrkörper jeweils zueinander sagen: «Wir haben uns bemüht». Das war für uns jedes Mal echter menschlicher Trost. Als 1981 meine Mitschwester aus gesundheitlichen Gründen Indonesion verlassen musste, stand ich beim Abschied in Jakarta etwas verlassen auf der Terrasse des Flughafens. Was würde auf mich zukommen in meinem weitern Missionseinsatz? So ganz allein auf Flores, der kleinen Insel in Ost-Indonesien? Da hat mich das Wort Gottes getroffen: «I shall carry you through – Ich werde dich durchtragen.» Ich weiss nicht, wie ich dieses Wort Gottes gehört habe – aber es gab mir Kraft und Zuversicht für all das, was dann auf mich zukam. Es war eine Quelle von Trost für viele Jahre. Später, im erneuten Einsatz in Tanzania, durfte ich wieder eine dieser ermutigenden Trosterfahrungen machen. Als ich mich entschied von Ifakara nach Dar es Salaam zu gehen für ein anderes Missionsengagement, spürte ich, dass die Leute fragen würden: «Wie kann Sr. Jacinta die erfolgreiche Missionsarbeit beenden und ihre Mitschwester allein in Ifakara lassen?» Es schien ein unvernünftiger Entscheid zu sein. Die Fragen und Einwände der Leute und der Mitarbeitenden waren mir eine Last. Da geschah es: Auf dem Heimweg von der Eucharistiefeier hörte ich die Antwort im Herzen: «The work for which I have called you here is done. – Das Werk, wofür ich dich hierher rief, ist vollbracht.» Dieses Wort im Herzen gab mir die Kraft, den Schritt zu tun. Sr. Jacinta

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