12 Mein Atem heisst Jetzt Kloster Baldegg Sr. Nadja Bühlmann, Sursee «Mein Atem heisst Jetzt», sagte Rose Ausländer. Es gibt Momente, in denen auch wir dies sagen können; Momente besonders bewussten Atmens: des Aufatmens. Wer kennt sie nicht, die Erfahrung, dass einem «ein Stein vom Herzen fällt», eine Last abgenommen wird.Aufatmen hat verschiedene Nuancen: Luft holen, erleichtert sein, verschnaufen, sich erholen. Auch in einem Kommissionsalltag wie bei «Justita & Pax» gibt es Momente dieses Aufatmens, das auf befreiende Weise Leben spürbar macht, bewusste Lebensmomente ermöglicht, eine wohltuende Erfahrung intensiven Lebens ist. Atem schöpfen – bewusst Luft aus der Tiefe holen Geht ein Kommissionsjahr oder das diesjährige 40-Jahr-Jubiläum zu Ende, schöpfe ich bewusst Atem aus der Tiefe, um mit neuem Schwung und mit Gelassenheit das Neue auf mich zukommen zu lassen. Erleichtert sein – von etwas befreit sein Nach erfolgreichen Verhandlungen mit politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Akteuren und Akteurinnen bin ich erleichtert, beispielsweise dieses Jahr, als wir unsere Publikationen «Brennpunkt Altersvorsorge – Gerechtigkeit angesichts demografischer Herausforderungen» und «Klimawandel – Den Worten Taten folgen lassen» im Bundeshaus verteilten und das direkte Gespräch mit verschiedensten Politikern suchten. Mein Wunsch nach Unterstützung durch verschiedene Parteien ging dadurch in Erfüllung. Wir haben neue gute Kontakte geknüpft, die Zusammenarbeit gefestigt. Dies ist befreiend, denn es ist wichtig, dass die Politik sozialethische Themen mitträgt. Verschnaufen – neue Energie gewinnen Fast täglich gibt es politische, finanzielle oder kommissionsinterne Entscheidungen zu treffen. Immer wieder gibt es Zusätzliches wie die Kunstausstellung der europäischen J&P-Kommissionen im Europarat zum Thema «Reduzierung der weltweiten Armut», mit Beiträgen aus 31 Ländern. Dies erforderte kurzfristig meine Vertretung der Schweizer Kommission in Strasbourg und eine entsprechende Veranstaltung in Bern mit den Beiträgen der drei Schweizer Künstler. In solch intensiven Zeiten sehne ich mich manchmal nach einer Verschnaufpause, nach neuer Energie. Sich erholen – Distanz gewinnen Ab und zu braucht es mehr als eine Verschnaufpause. Um gute Arbeit leisten zu können ist es nötig, eine gesunde Distanz zu den Alltagsgeschäften zu haben. Es braucht Wellness für die Seele, ein Aufatmen, das Erholung und Entspannung schenkt. Diese finde ich am besten in der Natur und in meiner Ortsgemeinschaft Mariazell in Sursee. Hier kann ich mich wohl fühlen, Kraft schöpfen, Freude erfahren und Distanz zur Arbeit gewinnen. Ich versuche, die Momente des Aufatmens in meinem Alltag bewusst wahr zu nehmen, damit auch mein Atem «Jetzt» heisst, und bin dankbar für die Energie spendenden, befreienden Erfahrungen intensiven Lebens. von links nach rechts: Rosmarie Zapfl, Mgr. Dr. Peter Henrici, Sr. Nadja Bühlmann, Abt Martin Werlen, Wolfgang Bürgstein Sr. Nadja Bühlmann, Sursee, präsidiert sei 2002 die Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax. Beruflich arbeitet sie als Diözesanrichterin und Notarin am kirchlichen Gericht des Bistums Basel in Solothurn. Justitia et Pax ªJ®P« ist eine Kommission der Schweizer Bischofskonferenz und zuständig für ethisch relevante soziale, politische, ökologische und wirtschaftliche Fragen, die auf nationaler und internationaler Ebene Gerechtigkeit, Frieden und Menschenwürde betreffen ªwww. juspax.ch«. J®P will mit ihrer Arbeit einen Beitrag für eine menschenwürdigere und damit für eine gerechte und friedliche Welt im Einklang mit der Natur leisten.
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