11 ten und Aufatmen, zum Stillewerden und Verweilen. So unterschiedlich wie die Menschen sind, die in den Ranft hinuntersteigen, so vielseitig sind die Sorgen, Bitten und Wünsche, die sie zu Bruder Klaus bringen. Manche kommen auch, um zu danken. Bunt sind die Absichten und Gründe, warum sie sich auf den Weg in den Ranft gemacht haben. Die Pilger kommen einzeln oder in Gruppen, zum ersten Mal oder immer wieder. Sie glauben, dass Gottes Kraft durch Bruder Klaus im Geist lebendig ist und weiterlebt. Für Pilgernde und Wallfahrende ist Bruder Klaus und der Ort, wo er gelebt hat, ein Ort wo sie Gottesdienst feiern oder in Stille in der Klause oder in einer Kapelle zu sich kommen möchten, wo sie sich körperlich und seelisch ausruhen, erholen, und wo sie aufatmen können. Andere nehmen sich Zeit um an die Melchaa zu sitzen und ihrem Rauschen zu lauschen. Sie fühlen sich da geborgen und schöpfen Kraft für den Alltag. Für die Jakobspilger und Jakobspilgerinnen, welche die Ranftschlucht durchqueSr. Luka Hutter, Sr. Lea Wermelinger, Flüeli-Ranft Hier im Ranft, in der wilden Schlucht an der Melchaa, hat Bruder Klaus als Einsiedler gelebt. In der Abgeschiedenheit und in der Stille suchte er nach Gottes Willen, um in Gebet und Meditation seiner Berufung und seiner Sendung auf die Spur zu kommen. Das Leben und Wirken des Heiligen prägt diesen Ort noch heute mit einer besonderen Anziehungskraft und Ausstrahlung. Freunde haben Bruder Klaus eine Zelle und eine Kapelle gebaut. Schon bald verbreitete sich der Ruf vom Einsiedler im Ranft und seinem besonderen Leben. Landsleute und Adelige von nah und fern kamen zu ihm, um Rat und Hilfe zu erbitten. Bruder Klaus schenkte weiter, was er an Erfahrung in Meditation und im Gespräch mit Gott empfangen hatte. Auch nach seinem Tod blieben die Besucher und Besucherinnen nicht aus. Sie kamen und kommen bis heute in dem Ranft. Der Ranft, die Klause, die angebaute Kapelle, die untere Kapelle an der Melchaa, die Melchaa selber und die ganze Umgebung sind ein Ort zum AnhalDer Ranft, ein Ort zum Aufatmen Der Weg in den Ranft führt steil hinunter. Wer den Abstieg über die Treppen wählt, lässt 443 Stufen hinter sich. Die Steilheit der Wege mahnt zur Vorsicht, zum Anhalten. Sie ist eine erste Einladung, Eile und Geschäftigkeit abzustreifen und sich auf die Einmaligkeit dieses Ortes, dieser Landschaft einzulassen. Der Ranft selber ist ein Ort der Ruhe und der Stille, ein Ort zum Durchatmen und zum Verweilen. ren, ist der Ranft ein kleines Teilstück ihres Weges nach Santiago de Compostela. Im Ranft-Laden kann man den Pilgerstempel bekommen. Manche schalten, je nach Bedürfnis, freie Tage ein um sich mit Bruder Klaus und seinem Leben auseinander zu setzen. Es gibt auch jene Besuchenden die innehalten, um den Ort und die Landschaft auf sich wirken zu lassen. Sie versuchen die Einmaligkeit und Lebendigkeit dieses Ortes zu erspüren. Das Rauschen der Melchaa begleitet wie schöne Musik das wohltuende Aus- und Einatmen. Dabei werden sie ruhig, finden zu sich selber. Zu sehen wie die Leute, besonders die Kinder, im Opferkerzen-Kasten Kerzen anzünden, wie sie dabei verweilen, ein Gebet sprechen und dann in Stille weitergehen, beeindruckt uns immer wieder aufs Neue. So ist der Ranft für viele Menschen, die hinuntersteigen, jedes Mal ein neues Erlebnis. Seele und Leib atmen auf und kehren gestärkt in den Alltag zurück. Wir freuen uns, dass wir drei Baldegger Schwestern im Ranfthaus für diese Menschen da sein dürfen.
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