baldeggerjournal

Missio, das Internationale Katholische Missionswerk Aachen, hat Schwester Lorena für ihr Lebenswerk am 13. Oktober 2024 in Köln mit dem Pauline-Jaricot-Preis ausgezeichnet. Gleichzeitig wurde auch das Engagement unserer ganzen Ordensgemeinschaft gewürdigt, «denn die Baldegger Schwestern stehen, wie Pauline Jaricot – die 2022 seliggesprochen wurde – für Frauen, die die befreiende Kraft des christlichen Glaubens leben und Veränderungen im Sinne der Nächstenliebe ermöglichen». https://www.sr-lorena.ch/ https://www.missio-hilft.de/mitmachen/glauben-teilen/ ausstellungen/glaubenszeugen/lorena-jenal/ Hoffen heisst träumen Im Kloster ist Träumen und Wachen gefragt. Jede Schwester hat ihre eigenen Träume, kleine und grosse. Im festen Glauben, dass für eine glaubwürdige Kirche die soziale Dimension von entscheidender Bedeutung ist, treffen sich die Träume der einzelnen in der Gemeinschaft als Ganzes. Auch Schwester Lorena Jenal, die schon über 40 Jahre im Südlichen Hochland von Papua Neuguinea im Einsatz steht, hatte und hat ihre Träume. Ebenso Schwester Monika-Pia, die nach 50 Jahren Seelsorge in Pfarreien und bei den einheimischen Schwestern, kürzlich in die Schweiz zurückgekehrt ist. Wenn Träume Wirklichkeit werden, muss man zu ihnen Sorge tragen, über ihre Standhaftigkeit und ihr Wachstum wachen. Seit Schwester Lorena gegen den in der Diözese Mendi im Jahr 2012 ausgebrochenen Hexenwahn kämpft, hatte sie einen grossen Traum. Sie wollte ein «Haus der Hoffnung» gründen. Bei der Hoffnung geht es um Glauben und Vertrauen. Der Zweck dieses Hauses sollte sein, den durch Verfolgung und Misshandlung verletzten Frauen wieder Schutz, Sicherheit und Unterstützung, also Hoffnung zu schenken. Dieses Haus wurde im Dorf Pomberel gebaut, auf seit Generationen heiligem Boden. Auch während der Stammeskämpfe durfte auf diesem Grundstück niemand angegriffen oder getötet werden. 2021 konnte das «Haus der Hoffnung» mit seinen 10 Schlafzimmern, allen nötigen Räumen und einer Kapelle eingeweiht werden. Von jetzt an galt es zu wachen. Wachen, damit an den entwürdigten und erniedrigten Frauen ganzheitliche Heilung geschehen kann. Im «Haus der Hoffnung» braucht man Zeit und Geduld und grenzenlose Hoffnung. Das Träumen ist weiterhin nötig und neu auch das Wachen. Unter den wachen und wachenden und schützenden Augen der Mitarbeitenden geht der Heilungsprozess vorwärts, bis die unmenschlich behandelten Frauen wieder neue Lebensfreude empfinden und an eine Zukunft glauben können. Schwester Lorenas Traum ist noch nicht zu Ende. Sie hofft, dass der Hexenwahn, der heute noch in 45 Ländern der Erde lebendig ist, durch die gemeinsame Anstrengung von Männern und Frauen überSr. Lorena Jenal und Sr. Martine Rosenberg wunden werden kann. Sie träumt von starken Frauen, die auch in Papua Neuguinea in Würde leben und Kirche und Staat ihren wertvollen Beitrag schenken können. Das «Haus der Hoffnung», ein Traum, der Gegenwart geworden ist. Damit auch eine gute Zukunft nicht nur Traum bleibt, sind dort bereits drei franziskanische Schwestern aus Tansania an der Arbeit. Sie wachen und helfen mit ihrer afrikanischen Geduld, ihrem Sinn für Gemeinschaft und ihrer Menschenliebe die Botschaft des «Hauses der Hoffnung» am Leben zu erhalten und in die Welt hinauszutragen. Aufstieg zum Haus der Hoffnung 6

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