2 baldegger bildungshaus Weg. Lerne Haupt- und Nebensachen zu unterscheiden. Und tue, was zu tun ist, rechtzeitig. Über die Luftlinie nachdenken und die Schuhe fragen wie es weitergehen soll Von den vielen Nebensächlichkeiten eine auswählen und zur Hauptsache machen Vorzeitig aufgeblüht nachzeitig abgestorben man könnte das alles auch rechtzeitig tun Dranbleiben und auf dem Weg bleiben, hat seine Tücken. Es gibt immer wieder verlockende Wegweiser, die uns ablenken wollen. Es sind vor allem Wünsche, die auftauchen und verführen. Der Dichter fordert uns auf, Ordnung zu schaffen in unsern Wünschen und einigermassen gelassen mit ihnen umzugehen. Der Dichter kennt die Ungeduld unserer Hände, die rasch zupacken wollen. Er weiss, was es braucht, um dranzubleiben. Die Wünsche markieren damit sie endlich zu unterscheiden sind Auch Wünsche wollen Ruhe haben Geduld haben mit ungeduldigen Händen Wir wissen es, Dranbleiben braucht Energie. Woher bekommen wir sie? Der Dichter sagt: Aus dem Ziel kommt die Energie, aus der Richtung; aus jener Luftlinie, die uns die Hände ausstrecken lässt. Wenn wir sie ausstrecken, merken wir, wie gering ihre Reichweite ist und wie weit darüber hinaus wir uns immer wieder ausstrecken müssen, um auf dem Weg zu bleiben. Das ist es, was wir hoffen nennen. Es heisst auch, bei aller Ausrichtung in die Weite, auf dem Boden bleiben und die Schuhe fragen. Es ist immer die Gegenwart, in der die nächsten Schritte geschehen. Dranbleiben lebt aus der Kraft des Hoffens und aus sicherem Stehen in der Gegenwart Hoffen weit über die ausgestreckte Hand hinaus Die Gegenwart betreten als gehöre sie mir Wer dranbleibt, muss zurecht kommen mit Schwierigkeiten. Niemand wird im Ernst glauben, es gebe auf dieser Ich weiss von einem Mann in Basel, den ich zwar nur einmal gesehen habe. Er ist mir aber eindrücklich geblieben: von gedrungener Gestalt, Appenzeller, mit rundem Kopf und blitzenden Augen. Von Beruf ist er Graphiker und Maler. Zwar kenne ich bisher nur ein einziges Bild von ihm, ein wundervolles Bild. Sein Leben lang hat er Gedichte geschrieben. Nicht viele, aber immer gute. Ich habe alle gelesen. Von denen, die veröffentlicht wurden, ist die erste Hälfte vergriffen, nicht mehr aufgelegt; die zweite verstreut erschienen und schwer zu finden. Aber: er bleibt dran. Trotz allem. Dieses Dranbleiben hat er notiert in kurzen Gedichten, die 1996 herausgekommen sind. Sie zeigen einmalig schön, was es mit dem Dranbleiben auf sich hat. Zuerst macht uns der Dichter aufmerksam, wie wir auf dem Weg bleiben können. Er sagt: Schaut voraus zum nächsten Ziel, zu dem ihr euch entschlossen habt. Haltet wachen Geistes das Ziel vor Augen, die Luftlinie; und denkt über diese Luftlinie nach. Wenn sie klar ist, dann sofort zurück auf die Strasse! Das Ziel muss am Boden, auf steinigem Weg erreicht werden. Darum: die Schuhe fragen. Sind wir dann entschieden auf dem Weg, ist das die Hauptsache. Der Dichter sagt: Lass dich nicht abbringen vom P. Werner Hegglin, Hertenstein Von einem, der dranbleibt
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