8 Baldegg baldegger kurhäuser BALDEGG. Ein Ortsname. Ich kenne seinen Ursprung nicht. Es ist auch nicht der Ort, sondern das Kloster gleichen Namens, seinem Geist, dem ich mich verbunden fühle. Im Alter wird Vergangenheit mehr und mehr Erinnerung. Wenn ich an Baldegg denke, sind es Lichtblicke. Es sind mehr als dreissig Jahre her, seit ich auf Einladung von Schwester Hildegard Willi, der Seminarleiterin, den zukünftigen Lehrerinnen vorlesen und von meiner Arbeit als Schriftsteller erzählen durfte. Baldegger Schwestern begegnete ich auch in Schulhäusern auf Lesetourneen. Noch immer schickt mir Schwester Possenta zu Weihnachten Grüsse, noch immer in einer von den Jahren unberührten klaren Schrift. Die Lesung in ihrer Klasse bleibt mir unvergesslich. Zu BALDEGG gehört für mich auch HERTENSTEIN. Als Schwester Hildegard Willi und Pater Werner Heggllin den charismatischen Ort in ein Bildungshaus umwandelten, war ich während Jahren – von allen im Haus immer wunderbar betreut – als Kursleiter zu Gast. Wer das von Sr. Hildegard und Pater Hegglin jedes Jahr sorgfältig zusammengestellte Programm kennt, weiss, dass das Dabeisein für jeden Kursleiter oder jede Kursleiterin nicht nur eine schöne Aufgabe, sondern auch eine Ehre bedeutet. Seit zehn Jahren wohne ich in Weesen. Und wieder war es Schwester Hildegard, die mich auf das Kurhaus BERGRUH in AMDEN aufmerksam machte, vor allem auf Schwester Liselotte und ihre Fussreflexzonentherapie. Ich litt an Fersensporn. Und die Therapie half. Da halfen nicht nur einige professionelle Griffe, sondern auch eine Kraft eines für diese Therapie aus innen heraus begabten und prädestinierten Menschen. Nun bin ich sozusagen Dauergast, kenne die Schwestern – auch wenn ich ihre Namen oft verwechsle – und fühle mich ein wenig zuhause. Und dafür bin ich dankbar. ‹DRANBLEIBEN› hat sich die Redaktion als Thema für dieses Heft gestellt. DRANBLEIBEN: Für mich heisst das mit andern Worten auch ‹NICHT AUFGEBEN›. Darüber wäre nachzudenken und zu philosophieren. Das habe ich ein Leben lang nicht mit klugen Worten, sondern mit Geschichten versucht. Und so nehme der Leser auch hier – symbolisch – eine meiner einfachen Geschichten. DAS KLEINE LICHT MaX Bolliger, Weesen
RkJQdWJsaXNoZXIy NTcyNzM=