10 Noch ist es kein Jahr her, seit wir Abschied genommen haben von der Schule Baldegg und unseren damit verbundenen Tätigkeiten. Und noch ist es nicht lange her, seit wir uns in neuen Arbeitsfeldern bewegen und den Übergang in etwas Neues erlebt haben. Wo stehen wir jetzt? Liegt dieser oft erwähnte Neubeginn bereits hinter uns? Sind wir schon mitten drin und gefordert vom Dranbleiben? Ab welchem Zeitpunkt beginnt denn eigentlich das Dranbleiben und welche Erfahrungen und Empfindungen verbinde ich mit diesem Wort? Meint Dranbleiben jenes Lebensgefühl, wo man sich an sicheren und geordneten Strukturen orientieren kann, wo vieles geklärt und eingependelt ist? Oder meint es etwas ganz Anderes? Sicher, dieser Übergang von Abschied und Neubeginn hat stattgefunden. Doch jeder Tag bringt Neues, Unvorhergesehenes; von Routine und entsprechender Erleichterung des Alltags kann keine Rede sein. Jetzt ist das Dranbleiben in seinen verschiedenen Facetten gefragt: Der lange Atem im Blick auf eine offene, weitgehend unbekannte Zukunft, die wir gestalten möchten. Vom Dranbleiben, wie ich es in meiner Arbeit beim Aufbau des Klosterdorfes erfahre, möchten die folgenden Zeilen erzählen. Schon längere Zeit liegt die Anfrage bezüglich eines Textbeitrages fürs baldeggerjournal auf meiner Pendenzenliste. Kaum begonnen, heisst es dranbleiben Sr. Katja Müller, Baldegg In meinem Hinterkopf ist dieser Auftrag dauernd präsent, manchmal drängend, wiederum zurückhaltend und leise, immer aber verbunden mit der Frage an meinen Alltag, wie sich das Dranbleiben darin ereigne. Zudem sei festgehalten, dass das Schreiben von journalistischen Beiträgen weder meine Haupt- noch Lieblingsbeschäftigung ist. Gerade diese Tatsache zeigt, dass in meinem neuen Alltag viele Arbeiten warten, zu deren Bearbeitung ich weder in besonderer Weise ausgebildet bin noch spezielle Fähigkeiten mitbringe. Möglicherweise liegt gerade in dieser Feststellung etwas Entscheidendes: Es bedingt den Mut und das Engagement, sich auf Neues und Unbekanntes einzulassen und sich innerlich auf das Dranbleiben einzustellen. Doch mit dem Mut und der Einstellung allein ist noch kein Text entstanden – der wichtigste Schritt ist das Tun. Das Dranbleiben empfinde ich zum Beispiel beim Thema Werbung als herausfordernd, hie und da auch bemühend. Es ist ein Dauerthema für mich – kaum geschehen, wartet bereits die nächste kleinere oder grössere Aktion. Inzwischen konnte ich erste Erfahrungen sammeln: Werbung bedingt ein klares Zeitmanagement, den Aufbau eines Beziehungsnetzes, das kontinuierliche ‹Präsentsein› mit Hilfe verschiedener Medien, die Auseinandersetzung und Identifikation mit dem Werbeinhalt. Kurz – es geht darum, seine Sache gut zu verkaufen und das ist aus meiner Sicht keine einfache Sache. Aber ehrlich gesagt:Trotz dem Bemühenden erlebe ich auch kleine Genugtuungen und Freuden bei dieser Werbearbeit. Beispielsweise dann, wenn ein Beitrag in einem Pfarreiblatt aufgenommen wird und sich gerade die eine oder andere Person auf Grund dessen zum Besuch eines Angebotes bei uns entschliessen kann. So geschehen, letzthin beim Anlass «Nacht der Klöster». Trugen doch zwei Personen eine aus einer Zeitschrift herausgerissene Seite bei sich, die sie zu uns führte. Oder da besuchen zwei Frauen aus dem Raum Baden unser Taizé-Nachtgebet, weil sie in der Horbenkapelle durch einen aufgelegten Flyer auf dieses Angebot aufmerksam wurden. Die Frucht des Dranbleibens zeigt sich auch dann, wenn die Zusammenarbeit mit der Grafikerin gelingt und es zur rechtzeitigen Herausgabe eines Programmes reicht. Oder wenn sich durch die autodidaktische Aneignung im Bereich Digitale Fotografie neues Wissen aufbaut. Learning by doing – Lernen durch Tun heisst diese Vorgehensweise. Die Erfahrung, dass ich durch meine Arbeit Neues lernen und entdecken kann, schenkt Freude und stärkt für weitere, noch unbekannte Vorhaben. Inzwischen konnten in unserem Klosterdorf bereits verschiedene Ideen umgesetzt werden. Zu unserem Klosterdorf gehört auch das Kloster, in dem weitere Angebote baldegger klosterdorf
RkJQdWJsaXNoZXIy NTcyNzM=