baldeggerjournal

11 stattfinden und viele Gäste ein- und ausgehen. Zur Realisierung tragen zahlreiche Mitschwestern mit ihrem Wissen und Können bei. Dabei stehen einige mehr im Vordergrund, andere setzen im Hintergrund ihre Kräfte und Fähigkeiten zum Gelingen unseres Projektes «Klosterdorf» ein. Auch hier ist das Dranbleiben von vielen gefragt, denn der Weg von der ersten Idee bis zur Durchführung eines Kurses oder einer Begegnung bedingt viele Schritte. Manchmal scheint es mir absurd, bereits mit der Planung eines neuen Programms beschäftigt zu sein, derweilen die bereits geplanten und ausgeschriebenen Angebote noch gar nicht stattgefunden haben. Diese Tatsache zeigt, dass vieles langfristig geplant und koordiniert werden muss. Dabei ist das Suchen und Finden von Angeboten eine ebenso spannende wie herausfordernde Aufgabe. Die Frage, welche Angebote den Menschen wirklich als Mittel zum Leben dienen, begleitet die Planungsarbeit ständig. Ich schätze es, mit Mitschwestern, aber auch mit Kursteilnehmenden über diese Frage nachzudenken und auszutauschen. Wissend, dass es ein fast unüberschaubares Marktangebot im Bereich Bildung, Lebenshilfe, Religion ... gibt, geht unsere Suche dahin, was dem Menschen der heutigen Zeit aus christlicher Sicht hilft, sein Leben zu bejahen, Verwurzelung und Heimat zu spüren, Sinn fürs Leben zu finden, Gemeinschaft zu erfahren, eine Lebensquelle zu entdecken usw. Was also sind Mittel zum Leben? Das ist keine einfach beantwortbare Frage. Damit sich Antworten entwickeln können, bedingt es ein aufmerksames Zuhören, das Teilen von Erfahrungen, das Ausprobieren neuer Ideen. Nicht zuletzt geht es darum, achtsam zu sein für die Entwicklung des eigenen Lebens, Wurzeln in die Tiefe wachsen zu lassen und das persönliche Leben aus dem Glauben heraus zu vertiefen. Manchmal kommen Antworten auch von «aussen». Da werden Ideen und Bedürfnisse von verschiedenen Menschen und Gruppen an uns heran getragen: sie möchten eine Oase zum Auftanken finden, etwas über die klösterliche Lebenswelt erfahren, den Hl. Franz von Assisi kennenlernen, einen Tag lang kreativ sein, über Fragen des Lebens und Glaubens in einen Austausch kommen, Gemeinschaft erleben und teilen usw. Nach Möglichkeit versuchen wir auf die verschiedenen Anfragen und Wünsche einzutreten. Zum jetzigen Zeitpunkt müssen entsprechende Strukturen gesucht werden, die uns unsere Arbeit erleichtern und vereinfachen. Die verschiedenen Anlässe müssen koordniert werden, es bedingt Absprachen und konkretes Anpacken. Es ist Aufbauarbeit, die hier geleistet werden muss, damit etwas gelingen kann und längerfristig eine Überlebenschance hat. All die hier erwähnten Aspekte fordern das Dranbleiben aller Beteiligten und wir stehen inmitten des Anfangs. Ob meine Schilderungen das Dranbleiben nur als stete Herausforderung, Spannung und Mühe charakterisieren? Diese Bilanz wäre zu einseitig. Dranbleiben lohnt sich – davon bin ich persönlich überzeugt, auch wenn es manchmal harzig geht, schneller Erfolg und Rückmeldungen nicht gegeben sind und es einen langen Atem braucht. Dass ich in meiner Arbeit grundsätzlich an etwas dranbleiben kann und darf, spricht auch für eine Qualität. Mit dieser Überzeugung gehe ich meinen Weg weiter. Nachdem nun der Text fürs baldeggerjournal vorliegt, fühle ich mich einmal mehr für mein Dranbleiben belohnt. 'ut zum Druck des treffpunktes Juli bis Dezember 2006 kloster baldegg Baldegger Schwestern

RkJQdWJsaXNoZXIy NTcyNzM=