15 Missionen Wir bleiben dran Schule – zum Wiederaufbau – der Kirche zurückgegeben wurde. Schwester Maria-Paula Wicki wirkt seit 52 Jahren als Krankenschwester in Tanzania. Schon von Anfang an betreute sie auch Aussätzige und leitet nun seit Jahrzehnten das grosse Zentrum für diese Kranken in Ifakara. Sie hat sich zur Spezialistin in der Behandlung von Lepra entwickelt – weil sie drangeblieben ist – und geniesst bei den Kranken und ihre Angehörigen, bei den geheilten und ambulanten Patientinnen und Patienten und auch in medizinischen Kreisen grosses Vertrauen. Zu ihrem engsten Bekanntenkreis gehören Tausende vom Aussatz betroffene Menschen. Schwester Arnolda Thalmann ist allein als Baldegger Schwester in Äthiopien zurückgeblieben. Sie ist geblieben, weil ihr Einsatz in der Klinik von Maganasse noch wichtig und gefragt ist. Mit einer Schwester aus einer andern Ordensgemeinschaft sorgt sie weiterhin für Mütter und Kinder und Kranke, die von weit her kommen. Sie führt in der Umgebung wochenlange Impfaktionen durch, gibt Hygiene- und Gesundheitsunterricht und hilft dort, wo ihre Dienste als Krankenschwester und Hebamme gebraucht werden. Als ehemalige Handarbeitslehrerin kann sie auch noch anderes praktisches Wissen weitergeben. Ihr Vertrauen auf Gott und ihre Liebe zu den Menschen hilft hier, die relative Einsamkeit im äthiopischen Busch auszuhalten und überzeugt und mit Freude dranzubleiben. Von den sechs ersten Baldegger Schwestern, die im Oktober 1969 nach Papua Neuguinea zogen, sind zwei immer noch dort. Drei Schwestern schauen auf einen über 30-jährigen Einsatz in diesem fernen Land zurück und zwei sind über 25 Jahre im Südlichen Hochland dieser grossen Insel. Schwester Lukas Süess und Schwester Gaudentia Meier gehören zu den Pionierinnen von 1969. Schwester Lukas begann mit dem Unterricht an einer Primarschule im tiefen Busch und Schwester Gaudentia betreute die dortigen Kranken und begann mit dem Aufbau eines Spitals und einer Krankenschwesternschule. Immer wieder mussten sie ihren Einsatz umstellen und neuen Situationen anpassen. Sie erlebten die Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1975. Sie überstanden Zeiten mit Buschkriegen und Wahlschlachten im buchstäblichen Sinn. Sie mussten Zerstörungen von mühsam aufgebauten Häusern und Einrichtungen mit ansehen. Sie wohnten in Grashäusern und in kleinen Unterkünften aus Holz. Sie erlebten mit der einheimischen Bevölkerung den Übergang vom Steinzeitalter ins Computerzeitalter und tragen die Probleme einer solchen Entwicklung mit, die nur von wenigen Papuas verkraftet werden kann. Sie und ihre Mitschwestern bleiben voll Überzeugung dran und begegnen mutig immer andern Anforderungen. Schwester Lukas leitet nun ein kirchliches Weiterbildungszentrum und Schwester Gaudentia ist die Vertraute von Regierung und Kirche in der Vorbeugung und Behandlung und Begleitung von Aids-Kranken. Wer selbstlos dran bleibt entdeckt stets neu, welcher Not es sich zu stellen gilt. Die namentlich erwähnten Baldegger Schwestern stehen stellvertretend für alle andern. Denn alle, ob in der Heimat oder in Übersee, haben sich durch die Weihe ihres Lebens an Gott und durch den Willen zum Dasein für die Mitmenschen, zur Treue verpflichtet. Die Treue macht offen und wandlungsfähig. Die Treue, eine Frucht der Liebe, gibt dem Leben in seinen unterschiedlichsten Situationen und Herausforderungen einen tragenden Sinn. Dranbleiben macht glücklich!
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