3 Liebe Leserin, lieber Leser Um ehrlich zu sein: Aufbrechen und Ankommen lösen in mir ein Gefühl von Hektik und Stress aus. Da ist mir «die mittlere Gewöhnlichkeit» schon lieber, die der Theologe Karl Rahner beschrieb. Dieses «Wohnen in der Gewöhnlichkeit des Lebens» verstand er als Übergang, als nüchternes Durchhalten in der Hoffnung, die Geduld und Mut erfordere. Dann könne sie zum Segen werden. Das tröstet mich. Andere können und konnten mit dieser «mittleren Gewöhnlichkeit» des Lebens nicht viel anfangen. Angela Bausch beispielsweise. Im Austausch mit Sr. Hildegard verrät sie, dass sie nicht weiss, wo sie jetzt stehen würde, wenn sie nicht einfach mal losgerannt wäre. Auch Franz von Assisi war wohl so einer wie sie. Er provozierte den Ausbruch aus dem familiären Wohlstand. Nur so, mutmasst Sr. Nadja auf Seite 14, konnte er Herzen für den Frieden aufbrechen. Um Franziskus besser auf die Spur zu kommen, ist Sr. Rahel nach Assisi aufgebrochen und berichtet von diesem inneren Aufbruch. Ob es David Keller und seinen Freunden auch um diesen Aufbruch ging, als sie gemeinsam auf Spurensuche des Films «Christus ist nur bis Eboli gekommen» waren? Wohl eher nicht, aber angekommen sind sie auch in den «eigenen Landschaften». In eine ganz andere Welt hat sich Sr. Karin mit dem Instagram Account des Klosters Baldegg aufgemacht. Mit dem Account schlägt sie Brücken zwischen Kloster und Usern der «SocialMedia-Welt». Dass Aufbrechen keine heutige Erfindung ist, zeigt Sr. Renata anhand des Psalms 122 und einer Bachkantate auf. Wer den Aufbruch eilig tun will, trotz schwachen Schritten, höre zuerst in die Kantate des 14. Sonntags nach Trinitatis hinein. Manchmal braucht es auch hilfreiche Inputs zum Bewältigen des Lebens. Diese hält Frau Prof. Christiane Blank auf Seite 12 bereit. Schliesslich lädt uns Bischof Felix zum Aufbruch ins eigentliche Leben ein. Er sagt es so: Gott führt aus dem Verharren, um hineinzuführen ins Leben. Lieber Leser, liebe Leserin Ob die Thematik dieses BaldeggerJournals Sie eher zum «Auf und Davon» antreibt oder zur Gewissheit geführt hat, angekommen zu sein? Die Sommerwochen mögen Sie von dem träumen lassen, das Ihr Leben glücklich macht. Und sollte Träumen nicht so Ihre Sache sein, dann machen Sie sich auf in den Garten oder lesen Sie den Artikel Seite 9. Herzlich grüssen Sie Ihre Baldegger Schwestern Inhalt Editorial Vom Aufbrechen und Ankommen 4 Aufbruch in die «Social Media Welt» Sr. Karin Zurbriggen 6 Zwei Meinungen – ein Thema Allem Werden wohnt ein Zauber innen Von Schreibtisch zu Schreibtisch: Sr. Hildegard Willi und Angela Bausch-Hug 8 Psalmen Von hier nach dort Sr. Renata Geiger 9 Einen Permakultur-Garten aufbauen Im Gespräch mit Etel Keller 10 Keller’s Reisen In der Welt der Vergessenen David Keller 12 Psychologisch-theologische Impulse zur Lebensbewältigung Ich fühle mich in meinen negativen Gedanken gefangen. Wie breche ich diesen Teufelskreis auf? Prof. Dr. Christiane Blank 13 Aufbruch ins Leben Dr. Bischof Felix Gmür 14 Franziskanische Inputs Lieber Bruder Franziskus Sr. Nadja Bühlmann 15 Ein Aufbruch zu den franziskanischen Wurzeln Sr. Rahel Künzli 16 Cantate domino Zwei Momente – ein Weg Sr. Renata Geiger 17 Glauben & Beten mit Sr. Hildegund Kunz 18 übrigens ... 19 Zwei Bilder – ein Leben Sr. Ilga Winiger blieb die Jüngste
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