4 Aufbruch in die «Social Media Welt» Sr.Marie-Ruth Ziegler (mrz) im Gespräch mit Sr. Karin Zurbriggen mrz: Schwester Karin, du hast vor Jahren den Aufbruch in diese «Social Media Welt» gewagt. Warum? Sr. Karin: Ehrlich gesagt, war es zwar mein Wunsch, die Mauern ein Stück weit durchlässig zu machen. Doch gleichzeitig war es auch die Entscheidung der Gemeinschaft den Weg in die Social Media Welt zu wagen. Wir Baldegger Schwestern leben ja nicht hinter verschlossenen Türen. Wir wollen uns nicht verstecken, sondern Aussenstehende teilnehmen lassen an unserem Gebets- und Gemeinschaftsleben. Aber unsere Botschaft, die Freude am Evangelium und die Einfachheit des franziskanischen Lebens kann doch auch die Menschen um uns herum ansprechen und zum Nachdenken bewegen. Social Media ist heute der Marktplatz, auf dem sich die Menschen treffen. Wenn wir dort nicht präsent sind, schliessen wir uns von diesem Austausch aus. Also habe ich den Mut gefasst, die Kamera in die Hand zu nehmen. Sr. Karin Zurbriggen hat den Instagram Account des Klosters Baldegg aufgebaut und betreut ihn täglich. Hauptberuflich ist sie als Pflegefachfrau im Alters- und Pflegezentrum Residio in Hochdorf tätig. mrz: Am Ostersonntag erhielt ich das nebenstehende WhatsApp. Heute sind es bereits 14.9 Millionen Menschen, die dieses Video angeschaut haben. Kann das stimmen? Die Schweiz hat ja keine 10 Millionen Menschen. Wer schaut diese Fotos und Videos an? Sr. Karin: Die kommen nicht nur aus der Schweiz, sondern aus aller Welt, ich kann dies auf der App nachschauen: 11,6% kommen aus Deutschland, aus Brasilien waren 10.8%, aus Italien 6,1%, aus den USA 5,8% und aus Frankreich 4,4% und der Rest aus der Schweiz. Ich kann auch überprüfen, wieviel Zeit Menschen insgesamt auf unserem Instagram Account schon verbracht haben. Umgerechnet sind dies bald 5 Millionen Minuten! Interessant ist auch die Statistik über das Alter: mrz: Welche Erfahrungen machst du mit diesem neuen Medium? Sr. Karin: Es ist eine Reise voller Überraschungen. Am Anfang war da natürlich eine gewisse Skepsis: Passt das kurzlebige Instagram zu unserer Klostertradition? Aber die Resonanz ist positiv. Wir erreichen Menschen, die vielleicht seit Jahren keine Kirche mehr betreten haben. Oft schreiben mir in diesen Chats Menschen und vertrauen mir ihre ganz persönlichen Sorgen an oder äussern sich in den Kommentaren zu den Posts, was diese in ihnen auslösen. Und ganz persönlich habe ich in diesen Jahren viel Neues dazu gelernt, technisch, aber auch in der Art, wie man heute kommuniziert.
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