3 «Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus…» Wetten, dass Sie nun beginnen, die Melodie dieses alten Seemannsliedes zu summen. Freddy Quinn machte mit diesem Song das Heimweh seiner Mutter unsterblich. Weggehen, das Meer, die Weite, Traum und Freiheit leben: Davon träumen Menschen seit eh und je. Und machen sich auf und gehen. Ob so auch unsere Missionsschwestern dachten, die jung und mutig, offen und unbeschwert die lange Reise nach Afrika antraten? Sie gingen, um zu bleiben. Ihnen wurde der Weg zum Ziel, weil Christus für sie Weg und Leben war. Nur so kann der Weg auch gleichzeitig Ziel sein, schreibt Rudolf Hofer. Zurückgeblieben in der Heimat sind die Mütter dieser jungen Missionsschwestern, die vielleicht gefleht haben: «Mädchen, komm doch bald wieder nach Hause.» Heute sind fast alle Missionarinnen zurück in Baldegg, ihre Mütter jedoch längst im Grab. Gabriela Christen hat sich mit Marita Haller-Dirr, die das Kommen und Gehen der Schwestern und Kapuziner erforschte, darüber ausgetauscht. Im Gespräch mit der einheimischen Schwester Senorina aus Tansania wurde ihr klar: Das Kommen und Gehen ist nicht vorbei, es hat nur eine andere Richtung gefunden. Franz von Assisi hat seine Brüder «durch die Welt ziehen lassen». Aber friedfertig und bescheiden sollten sie dabeibleiben, so Sr. Nadja. Nicht immer ist das gelungen. Nach Sr. Beatrice, die Assisi gut kennt, verströmt die malerische Stadt noch heute etwas von diesem Frieden. Die menschliche Sehnsucht nach ‹Shalom›, nach Frieden, besingt bereits der Psalm 126 vor zweitausend Jahren. Immer noch «gehen sie hin und weinen», zitiert darum Sr. Renata einen Vers und denkt an die harte Realität in den Kriegsgebieten. Das «Kommen mit Freude» bleibt nicht immer nur ein Traum. Wie er sich für die Schauspielerin Jacqueline Fritschi-Cornaz erfüllt, verrät sie uns im BaldeggerJournal. Ebenso, dass wir, dank ihr, Mutter Teresa im Kloster Baldegg zu Gast hatten! Und vor kurzem buchte ein anderer Gast «New York – Baldegg retour»! Mehr davon auf Seite 10. Lieber Leser, liebe Leserin Die Sommertage sind da. Für Ihr sommerliches Gehen und Kommen ein Tipp von der französischen Schriftstellerin Madeleine Delbrêl: «Brecht auf ohne Landkarte. Und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist, und nicht erst am Ziel.» Wem das «ohne Landkarte unterwegs sein» dann doch etwas zu suspekt ist, packe dieses BaldeggerJournal ins Feriengepäck. Einiges wird sich klären. Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Sommer! Herzlich Ihre Baldegger Schwestern Inhalt Editorial Vom Gehen und Kommen 4 Zwischen «salü und tschau» – ein Weg innerer Wandlung Sr. Beatrice Kohler 5 Von Weg und Ziel, von Bleiben und Aufbrechen Rudolf Hofer, Luzern 6 Vom Gehen und manchmal nicht mehr zurückkommen Die Baldegger Schwestern und Tansania Ein Gespräch mit Marita Haller-Dirr, Stans 8 Sr. Senorina kommt immer wieder nach Europa Sr. Senorina Lukwachala im Gespräch mit Gabriela Christen 10 Baldegg – New York retour Der amerikanische Architekt Tod Williams Gabriela Christen, Johannes Käferstein, Heike Biechteler 11 Zu Besuch im Kloster ‹Mutter Teresa› kommt nach Baldegg Sr. Renata Geiger 12 Franziskanische Inputs Lieber Bruder Franziskus Sr. Nadja Bühlmann 13 Psalmen Gehen mit Tränen – Kommen mit Freude Sr. Renata Geiger 14 Zwei Meinungen – ein Thema «Halt an, wo läufst du hin – der Himmel ist in dir…» Von Schreibtisch zu Schreibtisch: Sr. Hildegard Willi und Renata Asal-Steger 16 ZweiMinutenPredigt Sr. Francesca Schlumpf 17 Glauben & Beten Sr. Marie-Stefan Würsch 18 übrigens ... 19 Zwei Bilder – ein Leben Sr. Pia Widmer war die Klostergärtnerin
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