9 Die Mahenge-Schwestern zählen rund 300 Schwestern. Baldegger Schwestern leben heute keine mehr in Ifakara. Sind das Gehen und Kommen und die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Tansania bald Geschichte? Nein, diese findet gerade eine erstaunliche Fortsetzung in einem anderen Erdteil, nämlich in Papua-Neuguinea, im Hochland des riesigen Inselstaats bei Australien. Hier haben die Baldegger Schwester seit den späten sechziger Jahren Schulen und medizinische Zentren betrieben. Auch dort haben sich die Schweizer Schwestern in den letzten Jahren aus Altersgründen zurückgezogen, aktuell sind nur noch Sr. Monika-Pia Kneubühler und Sr. Lorena Jenal dort. Sr. Senorina erklärt: «Sie brauchen uns. Deshalb haben sich die Mahenge-Schwestern entschlossen, afrikanische Schwestern nach Papua-Neuguinea zu entsenden, um dort die Schweizer Schwestern zu unterstützen und deren Werke weiterzuführen, insbesondere auch das ‹Haus der Hoffnung› von Sr. Lorena.» Zusammen mit ihrem Team hat Sr. Lorena nämlich das Projekt ‹Haus der Hoffnung› gestartet. Dieses bietet ein Angebot für Frauen, die Folter und Gewalt überlebt haben. Ein grosses Problem ist die Verfolgung und Tötung von Frauen in Zusammenhang mit Hexenwahn und sexueller Gewalt. Viele Frauen konnten seither gerettet und weiter in ihrem Leben begleitet werden. Sr. Senorina ist selbst nach Papua-Neuguinea gereist: «Es war eine sehr lange Reise, drei Tage hat das gedauert, von Daressalam über Doha nach Hongkong, Port Moresby und ins Hochland; es war meine allerlängste Reise überhaupt. Ich kam mir vor wie die Schweizer Missionare, die nach Tansania gekommen sind. Jetzt sind wir Schwestern sehr glücklich, dass wir in Papua-Neuguinea eine ähnliche Aufgabe übernehmen können.» Es hat sich in den ersten Monaten gezeigt, dass die Zusammenarbeit sehr gut funktioniert, stellt Sr. Senorina fest: «Die Einheimischen lieben die Schwestern aus Tansania, vielleicht, weil sie auch ‹People of Colour› sind.» Papua-Neuguinea ist der einzige Ort ausserhalb Afrikas, wo die Mahenge-Schwestern tätig sind. Wie lange werden die Schwestern dortbleiben? Sr. Senorina erklärt: «Solange wie sie dort gebraucht werden, bleiben sie. Sie haben den gleichen Auftrag in Papua-Neuguinea wie in Tansania.» Und sie ergänzt: «Wenn uns die Baldegger Schwestern fragen würden, würden wir herkommen, um sie zu unterstützen. Für uns wäre das eine gute Art, etwas zurückzugeben.» Bald nach unserem Gespräch ist Sr. Senorina nach Tansania zurückgereist. Was erwartet sie dort? «Viel Arbeit», sagt sie lachend. «Wir haben zum Beispiel gerade eine neue Primarschule mit 43 Kindern eröffnet.» Sr. Monika-Pia, Sr. Gertrud, Sr. Apolonia (vorne), Sr. Yohanapaula und Sr. Lorena
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