9 Sr. Annelis Kurmann und Sr. Claudia-Pia Steiner, Hertenstein Nun ist die Stella Matutina für uns Schwestern Vergangenheit, unser Bildungshaus ist seit Ende November geschlossen. Wir nehmen schöne Erinnerungen an unsere Häuser und unser Leben auf der Halbinsel Hertenstein mit. Besonders gerne erinnern wir uns an unsere Gäste, mit denen wir viel erlebt und ausgetauscht haben. Unsere Gäste waren überaus vielfältig. Sie belebten mit uns den Ort am See. Sie lachten, weinten, lernten und lehrten, erholten sich, schrieben Theaterstücke oder wissenschaftliche Arbeiten, philosophierten, sprachen über Literatur und Kunst, erholten sich von gestressten Tagen und blühten neu auf, bewanderten die Halbinsel bis zum Haldihof, erfreuten sich am Schönen des Hauses und am guten Essen, an der Stille, erfrischten sich beim Schwimmen im See oder beim Wandern im nahen Wald, machten einen Ausflug auf die Rigi oder eine Tagesreise auf dem See. Wir Schwestern durften Gastgeberinnen sein und das waren und sind wir mit Leib und Seele. Das Wohl unserer Gäste war uns, ist uns wichtig. Wir waren nicht nur Geberinnen, wir fühlten uns auch immer wieder reich beschenkt durch interessante und anteilnehmende Gespräche, durch liebenswürdige Aufmerksamkeiten. Wer waren denn unsere Gäste? Da gibt es sehr viele mit einer breiten Palette an Kursen. Z.B. im Juni dieses Jahres: Zu Gast waren Leute der Europäischen Akademie für Gesundheit, Mitglieder eines Stiftungsrates, Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Tibetischen Massage Kum Nye, Interessierte an der Villa Rachmaninoff, Gäste für Meditation und Kontemplation, ein reformiertes Pfarrkapitel, Studierende an der Akademie Gesundheit und Psychologie, Einzelgäste, Sängerinnen und Sänger eines Chors, Doktorandinnen der Universität Zürich während ihren Schreibtage, das «Enneagramm Forum», Studierende der Osteopathie aus verschiedenen Ländern, angehende Arbeitsagoginnen und -agogen, Dozierende einer Fachhochschule, ein Ausbildungsmodul für Familienrekonstruktion, Seelsorgende aus einem Pastoralraum, Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem Qigong- oder Tai Chi-Kurs, Dekanatsmitglieder der Stadt Zürich, Atemtherapeutinnen, Künstlerinnen an einem Nähkurs, Mitglieder der Fokolarbewegung für ihre Besinnungstage. Insgesamt hatten wir in diesem Monat 910 Übernachtungen. Schön viel Arbeit für den Hausdienst, in der Küche und in der Administration! Seit Anfang Jahr mussten wir uns von den Gästen verabschieden. Sie stellten immer wieder die Frage, wie es mit dem Bildungshaus Stella Matutina weitergehe, wer nach uns komme und wie unsere Zukunft aussehen werde. Es war nicht einfach zu antworten, weil vieles offen ist. Sicher haben wir Schwestern in unserem Kloster in Baldegg in Zukunft ein Dach über unserem Kopf, können in einer Gemeinschaft leben und das, was uns möglich ist, zum Gelingen des Alltags beitragen. Wir sind zuversichtlich, denn als Schwestern von der Göttlichen Vorsehung wacht ein gutes Auge über uns wie über all die 108 Jahre ihres Bestehens über die Stella Matutina. Diesem wachenden Auge vertrauen wir auch die Gäste der vergangenen Jahrzehnte an. Erinnerungen an unsere Gäste in der Stella Matutina
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