«Jedes Mal, wenn ich hier zum Mutterhaus hochgehe, bin ich vom Anblick dieser Klosteranlage von neuem beeindruckt, nicht nur von der Architektur, sondern auch von der einzigartigen spirituellen Ausstrahlung.» Thomas Menz gerät ins Schwärmen, wenn er vom Mutterhaus des berühmten Architekten Marcel Breuer spricht: «Der Beton, die Fertigelemente, der Mut der Schwestern und die Architektur faszinieren mich, insbesondere die Kapelle mit ihrer Schlichtheit, Einfachheit, Funktionalität. Ich habe den Brutalismus, umgesetzt in dieser Konsequenz, sehr gern. Und die Verbindung des Gebäudes mit der Natur durch die Innenhöfe und die Umgebung ist wunderbar.» Thomas Menz ist Leiter Bereich Arbeit und berufliche Integration bei der Stiftung Brändi. Die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung und dem Kloster feiert in diesem Jahr ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Thomas Menz war 2003 noch nicht dabei, als das Brändi die Klostergärtnerei übernommen hat, aber er kennt die Geschichte: «Innerhalb von einer Woche hat mein Vorgänger damals den Pachtvertrag abgeschlossen, mit glänzenden Augen.» Seither betreibt die Stiftung die Klostergärtnerei zusammen mit Menschen mit Beeinträchtigungen, liefert Gemüse an das Klosterkafi, Dörrprodukte an den Klosterladen und pflegt das ganze Areal. Erst gerade haben Stiftung und Kloster gemeinsam einen Neubau für die Klostergärtnerei realisiert. Wie ist es für ihn, mit dem Kloster im geschäftlichen Bereich zusammenzuarbeiten? Er lacht: «Das Kloster weiss genau, was es will, wir führen harte und stets faire Verhandlungen, haben eine offene Kommunikation, und sie sagen uns klar, was gilt und was nicht gilt. Ich schätze das sehr. Denn auch die Barmherzigkeit hört irgendwann auf.» Und ernst fährt er fort: «Das fasziniert mich an den Schwestern: Sie haben Mut, sie haben mehr Zeit zum Denken als wir, sind weiter weg vom Weltlichen. Ich habe hier im Kloster sehr faszinierende Frauen, Persönlichkeiten getroffen. Klar, blitzgescheit, sich der grossen Zusammenhänge bewusst und dann noch der ganze spirituelle Hintergrund. Die Konsequenz dieser Frauen, die sich für das Leben hier im Kloster entschieden haben, beeindruckt mich. Ich könnte das selbst nicht, aber ich habe grosse Hochachtung.» Zwischen dem Kloster und den Mitarbeitenden der Stiftung Brändi besteht ein enger Kontakt, die Mitarbeitenden arbeiten auf dem Areal und sie essen in der Klosterherberge. Für sie ist das normal, sie kennen die Schwestern, für sie ist das Alltag. Die Zusammenarbeit mit der Stiftung Brändi ist vertrauensvoll, langfristig, und sie bietet gute Konditionen, von denen beide Seiten profitieren. Wie sieht es in der Zukunft aus? Sowohl das Kloster Baldegg als auch die Stiftung Brändi befinden sich in einem Strategieprozess. Thomas Menz skizziert Möglichkeiten für die künftige Kooperation: «Zusammenarbeit im Umfeld von Tieren wäre sehr interessant, da haben unsere Mitarbeitenden einen engen Bezug. Und ich sehe auch in anderen Bereichen die Möglichkeit, unsere Zusammenarbeit auszuweiten. Die Offenheit der Schwestern macht vieles möglich, sie sind sehr offen!» Was wünscht Thomas Menz dem Kloster auf seinem Weg in die Zukunft? «Ich wünsche dem Kloster einen guten Weg in die Zukunft mit Partnerschaften. Ich denke da an die Gemeinde Hochdorf oder an den Tourismus im Seetal. Das müssten aber Projekte sein, in denen der Geist der Franziskanerinnen weiterlebt. Und vor allem sollten viele Menschen die grandiose Ausstrahlung dieses Klosters neu entdecken können!» Gabriela Christen Zu Besuch im Kloster Thomas Menz, Stiftung Brändi 10
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