baldeggerjournal

11 Projektgruppe «Haus der Zukunft» (Gabriela Christen, Bastiaan Frich, Dieter Geissbühler, David Keller, Nora Wilhelm, Sr. Marie-Ruth Ziegler) «Stella Matutina» wird «Haus der Zukunft» Am schönsten ist die Anreise über den See. Von Luzern aus ist man nach einer halben Stunde Fahrzeit in Hertenstein. Vom Schiff aus zeigt der Blick auf die Halbinsel die eindrückliche «Stella Matutina» mit dem warm-gelben Jugendstilbau, dem modernen Wohnheim und der Kirche. Nach einem kurzen und idyllischen Spaziergang erreicht man von der Schiffstation aus das Bildungshaus, wo die Baldegger Schwestern seit 1916 leben und arbeiten. Lange war die «Stella Matutina» ein Institut, wo die Schwestern als Bildungspionierinnen Mädchen unterrichteten, später kamen Angebote in Frauenberufen wie Familienhelferinnen dazu, und seit den neunziger Jahren war die «Stella Matutina» ein Bildungshaus. Die eigenen Angebote mussten die Schwestern aus Altersgründen vor einigen Jahren aufgeben. Nun steht ein weiterer Schritt in der über hundertjährigen Geschichte an. Im November dieses Jahres wird das Bildungshaus in seiner heutigen Form geschlossen, und ein grosses Kapitel in der Geschichte der (Frauen)-Bildung durch diesen Orden findet ein Ende. Der Geist der Schwestern und ihr Vermächtnis werden die Halbinsel aber weiter prägen. Nach einem kurzen Moment des Innehaltens wird neues Leben in die «Stella Matutina» kommen. Die Baldegger Schwestern planen zusammen mit einer Projektgruppe das «Haus der Zukunft» und wollen ihre Gebäude und die Landwirtschaft an eine neue Trägerschaft übergeben. Geleitet ist dieser Prozess von der Überzeugung, dass dieser wunderbare Ort weiterhin der Gesellschaft zur Verfügung stehen und hier ein Zentrum entstehen soll, wo im gemeinsamen Denken und Handeln Lösungen für die grössten Herausforderungen und Fragen von heute mitentwickelt werden: Wie wollen wir leben, Menschen, Tiere, Pflanzen miteinander in gegenseitigem Respekt? Was müssen wir tun, damit wir die drohende Klimakatastrophe abwenden können? Welche spirituellen Werte leiten uns in diesen Herausforderungen? Was können wir von diesem privilegierten Land aus zu deren Lösung beitragen? Die Halbinsel Hertenstein soll ein Ort sein, wo Menschen innehalten, um über die grossen Themen der Wandelgesellschaft gemeinsam nachzudenken und auch zu handeln: Mit nachhaltiger Landwirtschaft sollen künftige Gäste erleben (oder sogar daran mitarbeiten), wie ein neuer Umgang mit der Natur Nahrung, Schönheit und Biodiversität ermöglicht. Auch die Künstlerinnen und Künstler werden mit ihrem Schaffen Teil der neuen Stella Matutina sein. Aktuell erarbeitet ein interdisziplinäres Team dieses Projekt. Zusammen mit den Nachbarn auf der Halbinsel, der Serge Rachmaninoff Foundation mit der Villa Senar, den benachbarten Bauern und Fischern und im Austausch mit den Seegemeinden und der Hotellerie vor Ort, wird zudem auch ein Konzept für nachhaltigen Tourismus für die Halbinsel entwickelt, das von der Wirtschaftsförderung des Kantons Luzern unterstützt wird. Das sind ehrgeizige Pläne für die Zukunft der «Stella Matutina» als eines Ortes, der dank der Baldegger Schwestern seine Gastfreundschaft und seine Schönheit, seine Stille und Spiritualität bewahren, und sich gleichzeitig zu einem Zentrum der Auseinandersetzung mit den drängenden Zukunftsfragen entwickeln soll. Für die Realisierung dieser Träume und Pläne wird es die Unterstützung (ideell und finanziell) und die Mitarbeit von Vielen brauchen. 2024 startet die «Stella Matutina – Haus der Zukunft» in eine Pilotphase. Sie hören im nächsten Baldegger Journal wieder von uns!

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