8 Sr. Marie-Ruth Ziegler, Baldegg Warum tut sie sich das an? Das geht einem durch den Kopf, wenn man Maggie Brüngger von ihren persönlichen Einsätzen in Tanzania erzählen hört. Brunnen bauen, Toiletten und Kindergärten dazu, das ist ihre Leidenschaft. Oder besser, damit stillt sie ihre Sehnsucht, Kindern in Tanzania das Leben zu erleichtern. Stunden bevor andere beim Frühstück sitzen, hat sie daheim im Thurgau schon ihren Garten bewässert, für die halbe Welt Birrewegge gebacken oder Bettelbriefe geschrieben, um wieder Geld zu finden für ihren nächsten Einsatz in Tanzania. So macht sie es immer wieder: Geld sammeln, losfahren und an Ort und Stelle dabei sein beim Bauen und Organisieren, alles selber überwachen und mit den Leuten die Freude über das Gelingen teilen. Solange es irgendwie geht, will sie das tun. Stillsitzen ist ohnehin nicht ihr Ding. Kürzlich hatte ich Gelegenheit, wieder einmal mit ihr Kaffee zu trinken. Mich nahm wunder, ob es ihr nicht hie und da bang wird ob all den Herausforderungen, die sie sich selber stellt. Allein ein Projekt durchziehen? Immer und immer wieder das Risiko eingehen, beim Suchen nach Wasser fündig zu werden oder nicht. Aus Maggie sprudelt es wie das Wasser aus dem Bohrloch: «Sobald mir bange wird vor einer Aufgabe, versuche ich sofort herauszufinden, wo die Angst liegt, was mir Sorgen macht? Ich nehme die Ängste als Selbstverständlichkeit wahr und ich nehme sie an. Die bange Sorge ob etwas gelingt, beschützt mich auch vor unüberlegten Handlungen. Je grösser die Ängste, umso mehr hinterfrage ich mich. Ich achte sorgfältig auf Fallen und Hindernisse, die aufkommen könnten. Bange wird’s mir etwa im Gedanken, ob ich genügend Geld akquirieren kann, um meinen Traum zu verwirklichen, vielen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen und Müttern den Alltag mit sauberem Wasser zu erleichtern. Meine beste Begleiterin ist jedoch die Hoffnung. Ohne sie wäre ich niemals im Stande, alle mir selbst auferlegten Herausforderungen zu meistern. Kinder sind der Motor für meine Hoffnung. Sie sind unsere Hoffnung und unsere Zukunft, durch sie besteht die Möglichkeit auf ein friedvolleres Zusammenleben. Ich erachte es als unsere Pflicht, die hilflosen, kleinen Geschöpfe vor Gewalt, Ausbeutung und Ausgrenzung zu schützen. Ich möchte mithelfen, sie in eine gesicherte und selbstbestimmte Zukunft ohne Gewalt zu begleiten und sie auf keinen Fall alleine dem Schicksal zu überlassen. In ihren klaren und unschuldigen Augen und vertrauensvollen Gesichtern entdecke ich Hoffnung. Oftmals nehmen sie leise meine Hand, schauen mich unentwegt mit strahlenden Augen an. Das bedeutet dann für uns beide Glück, Hoffnung und Zuversicht. Mir selber geht das Herz dabei weit auf. Ihre Energie, Lebensfreude, ihr Lachen, ihr Vertrauen in mich ist wunderbar, es steckt an und macht mir Mut. Selbst ohne Worte spüre ich ihre Hoffnung, die sich sofort auf mich überträgt. Das ist dann auch für mich meine persönliche Hoffnungsquelle. Die Kinder geben mir Gewissheit und Kraft und Energie, auf dem richtigen Weg zu sein.» Das nächste Projekt von Maggie Brüngger heisst «Wasser suchen für die Montessori Schule Fumagalia in Mwanza, Tanzania», die unter der Führung unserer Schwester Denise Mattle steht. Diese Wassersuche (Bohrloch ca. 100 m, Handpumpe und Wasserkanister für die Familien) veranschlagt sie auf ca. 15 000.–. Wer helfen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Missionskonto Verein Kloster Baldegg, Missionssekretariat, 6283 Baldegg, tun: IBAN: CH 44 0900 0000 6000 3524 3, Vermerk: Maggie Brüngger. Beherztes Hoffen
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