12 Franziskanische Inputs Lieber Bruder Franz «Die Schweizer Wirtschaft zwischen Hoffen und Bangen!» Lässt dich diese Tatsache kalt? Oder berührt es dich, was in unserer Regional- und Börsenzeitung steht? Deine Sehnsucht und Vision, die Menschen zur Liebe Gottes zu führen, liess dich Anteil nehmen am Schicksal der Menschen. Das Schicksal vieler Menschen hängt in unserer Welt unter anderem vom Gedeihen der Wirtschaft ab. Also solltest du dir darüber Gedanken machen. Überlege dir, wie die Menschen von heute – in einer Welt geprägt von Wirtschaft und Technologie – mit Fröhlichkeit und Freude zur Liebe Gottes geleitet werden können. Hast du mir einen Tipp? Ich weiss, du hattest andere als wirtschaftliche Sorgen: Hoffen und Bangen ob es gelingt, den Menschen froh den Weg zur Liebe Gottes zu zeigen. In der Regionalzeitung deiner Zeit wäre vielleicht zu lesen gewesen: «Die Vision des Franz von Assisi zwischen Hoffen und Bangen.» Nicht nur Wirtschaft und Börse kennen ein Auf und Ab. Auch dich begleitete es ein Leben lang. Dein Verlangen nach der Liebe Gottes und deine Vision, die Menschen zu ihr zu führen, lenkte dein Leben buchstäblich hinauf und hinunter. Zuerst hinauf in die Wälder Assisis, dann hinunter in die Strassen zu den Ärmsten. Und deine Gefühlswelt brachte dich ebenfalls in beglückende Höhen und beängstigende Tiefen, bis dir schliesslich der Rand zur Mitte wurde, indem du dein Leben mit jenen Menschen teiltest, die am Rande der Gesellschaft lebten. Es gelang dir, Menschen mit deiner Fröhlichkeit die Liebe Gottes erfahren zu lassen. Dadurch wolltest du den Menschen zu einem besseren Leben verhelfen, sie bereichern. Das will unsere Wirtschaft auch. Du aber wolltest die Menschen die Liebe Gottes erfahren lassen und sie dadurch «seelisch» bereichern, nicht mit Geldwerten. Du hast begriffen, dass nicht Geld oder Buchstaben die Seele faszinieren, sondern in die Tat umgesetzte Worte, lebendige Bilder, Vorbilder. Wer Gottes Liebe weitergeben will, muss sie zuerst erfahren. Diese Erfahrung war für dich der Schlüssel des Vertrauens. Darin wurzelte deine Vision. Du hast an die Liebe Gottes geglaubt und darauf vertraut, dass es dein Auftrag sei, diese Liebe den Menschen weiterzugeben. Vertrauen heisst hoffen. Es ist nicht Wissen. Wir wissen heute viel, aber vertrauen oft wenig. Du hast erkannt: es zählt nicht nur, was man weiss, sondern was man glaubhaft lebt und worauf man vertraut. So war dein Hoffen mächtiger als dein Bangen. Wir meinen oft, wir hätten es im Griff, könnten es alleine schaffen und müssen erfahren, dass dem nicht so ist. Die persönlichen und wirtschaftlichen Sorgen von heute können mit gut gemeinten Worten nicht gemindert werden, aber mit Hilfe des Vertrauens auf die Liebe Gottes sind sie erträglicher. Vielleicht müssen wir das Bangen versöhnlich umschliessen, es annehmen und Gott übergeben, wie du es uns vorgelebt hast. Du kannst heute über dein Leben sagen: da ist kein Hoffen, kein Bangen. Da ist Erfüllung. Mögen auch wir dies einst sagen können. Und wie steht es nun mit dem Tipp für mich? Melde dich! Deine Sr. Nadja «Selig, der nur an den hochheiligen Worten und Werken des Herrn seine Wonne und Freude hat und dadurch die Menschen mit Fröhlichkeit und Freude zur Liebe Gottes führt» (Erm 20,1-2)
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