baldeggerjournal

10 Dr. P. Albert Ziegler SJ, Zürich Vom überlegten Denken zum herzlichen Danken Denken und Danken gehören zusammen. Ein gedankenloser Dank ist gewiss kein richtiges Danken. Denken und Danken sind sogar näher verwandt, als man fürs Erste denken möchte. Die nähere Verwandtschaft ergibt sich schon daraus, dass Danken ursprünglich ebenfalls Denken bedeutete. Doch was ist das Denken? Denken bedeutet im Grunde, dass ich etwas so lange erwäge, bis ich meiner Sache sicher bin und den Sachverhalt nunmehr klar und deutlich weiss. Wie aber ist es mit der Verwandtschaft von Denken und Danken genauer bestellt? Das freilich ist eine längere Geschichte ... Das Denken beginnt mit der Wachheit der Sinne: Augen auf ! Mit Augen und Ohren, mit Haut, Zunge und Nase empfangen wir Menschen Signale der Aussenwelt. In diesem Sinne haben schon die Alten – wie Thomas von Aquin – gesagt: «Nichts ist im Verstand, was nicht zuvor in den Sinnen war.» Derart beginnt alle Erkenntnis bei der Sinneserkenntnis. Das heisst: Unser Gehirn verarbeitet die empfangenen Signale, so dass wir ihrer bewusst werden. So kommt es zum Sehen, Hören, Riechen und Schmecken. Mit seinen Sinnesorganen ist der Mensch manchen Tieren vielfach unterlegen. Aber er hat einen Verstand und weiss sich zu helfen. Mit einem Fernrohr sieht der Mensch weiter als der Adler mit seinen scharfen Augen. Auch können unsere Sinnesorgane geschädigt sein oder sogar ausfallen. Doch wiederum verstehen wir uns auf Abhilfe. Es gibt Brillen und Hörgeräte. Ja, wir haben sogar gelernt, das Gehör mit Gebärden und das Augenlicht mit Tönen und Zeichen zu ersetzen oder zu ergänzen. Ähnliches geschieht auch bei den Dichtern. So schreibt Clemens Brentano «Durch die Nacht, die mich umfangen | Blickt zu mir der Töne Licht.» Gewiss, die Nacht ist dunkel. Aber in der dunklen

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