6 Aber schon der Blick in die kriegerische Gegenwart und in das eigene Leben genügt, uns bewusst zu machen, wie sehr uns das Kämpferische das Leben lang begleitet. Darum wissen wir alle seit unseren Kindertagen, was kämpfen heisst. Doch was bedeutet es genauer? Vom Kampfplatz zum gewaltsamen Konflikt Eine erste Auskunft gibt uns das Wort kämpfen. Das Wort ist wohl aus dem lateinischen Wort campus entlehnt. Es bedeutet das flache Feld oder genauer das Schlachtfeld. Unsere Vorfahren dachten also beim Kämpfen wohl zuerst an den Kampfplatz. Aber nicht jedes freie Feld wird zum Kampfplatz. Sonst wäre es aus mit unseren Campingplätzen, die der friedlichen Erholung dienen. Darum hilft uns das Wort allein nicht viel weiter. Wir müssen – über das Wort hinaus – nach dem Begriff fragen. Persönlich gesehen heisst kämpfen: Ich bemühe mich, einen Willen auch gegen Widerstand durchzusetzen. Ich will etwas erreichen. Widerstand regt sich. Ich muss den Widerstand überwinden: Ich muss kämpfen. Allgemein gesagt ist der Kampf das Bemühen, einen Konflikt gewaltsam zu lösen. Dabei ist Konflikt der Zusammenstoss gegenläufiger Interessen im gleichen Handlungsraum. Ein Beispiel macht das deutlich: Ich schreite auf einem engen Trottoir fürbass. Jemand kommt mir entgegen. Wenn wir beide wie bisher weitergehen, stossen wir zusammen. Nun gibt es drei Möglichkeiten, den Zusammenstoss oder Konflikt zu lösen. Erstens kann ich ausweichen. Dann gehen wir einander aus dem Weg. Das ist die Konfliktvermeidung durch Auswege. Zweitens können wir innehalten und überlegen, wie wir beide weiterkommen. Das ist die Konfliktlösung Dr. P. Albert Ziegler SJ, Zürich Den guten Kampf kämpfen Kämpfen – das Thema ist Baldegg nicht fremd. Denken wir nur an die politischen Kämpfe zur Gründungszeit des Klosters und daran, wie die Schwestern um den Fortbestand des Klosters haben kämpfen müssen.
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