10 Dr. phil. Peter Lohri, Wolhusen Kämpfende Klosterfrauen? «Kämpfen» – das tönt doch nach heftiger Auseinandersetzung, nach Gewalt und Krieg! Und hat sich die Idee des Kämpfens – ganz allgemein gesehen – nicht überlebt in den letzten Jahrzehnten? Rückten denn nach dem schrecklichen Weltkrieg nicht völlig andere Begriffe an die Spitze unserer gesellschaftlichen Prioritätenlisten, wie etwa «Geschwisterlichkeit», «Toleranz», «Offenheit», und neuerdings «Achtsamkeit»? Solche Wörter ergäben doch – zumal für das Heft einer Klostergemeinschaft – auch passendere Themen als «Kämpfen», nicht wahr? Tatsächlich: Vor allem ab 1968 schien es, als würde der Kampf als Mittel der gesellschaftlichen Auseinandersetzung an Bedeutung abnehmen. Das galt, zumindest in unsern Breitengraden, sogar für den individuellen Bereich. So wird es zum Beispiel auch heute noch als erstrebenswert erachtet, Kampf-Scheidungen zu vermeiden und stattdessen im Rahmen einer Mediation eine gütliche Regelung zu erreichen. So weit so gut. Nur: Es gab ja viele solcher Ideale, von denen wir in den letzten Jahrzehnten glaubten, sie würden sich nun gewissermassen kampflos verwirklichen Ist das Wort nicht gänzlich unpassend, ja fast unanständig für ein Magazin wie das BaldeggerJournal?
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